31 Dezember 2011

Ein gutes Neues Jahr!

Das wünsche ich allen meinen Bloglesern, auch im Namen meiner Frau, verbunden mit herzlichem Dank für die Glückwünsche zu meinem heutigen Geburtstag. Ich habe zwar versucht, allen Gratulanten persönlich zu antworten, wenn ich trotzdem einen vergessen haben sollte, bitte ich um Nachsicht! Alles erdenklich Gute für Sie im nächsten Jahr!

PS: Auf meinem Teller habe ich eine echte Schwarzwälder Kirschtorte! Die gibt es nämlich auch in Brasilien!

29 Dezember 2011

Hohes BIP, aber auch viele Favelas

Auch als sechstgrösste Wirtschaftsmacht der Erde gibt es für Brasilien noch viel zu verändern und zu verbessern. Die Wohnungsnot ist ein Thema, dem die Regierung mit Sozialem Wohnungsbau beikommen will. Lobenswert und nötig, denn 11,4 Mio. Brasilianer leben in Favelas; 18,9 % oder 2,16 Mio. Menschen davon in Groß - São Paulo. 88 % der Elendsunterkünfte konzentrieren sich in den Ballungsräumen; insgesamt sind 6.329 solcher Favelas in 323 Städten statistisch erfasst. Die Anzahl der Favelas und ihrer Bewohner nimmt leider zu, trotz aller Regierungsprogramme. In der Stadt São Paulo findet man vor allem in den Außenbezirken relativ kleine Favelas, während sich in der Stadt Rio de Janeiro grosse Favelas im Zentrum ausgebreitet haben. Das sind die größten Elendsbezirke Brasiliens:
    1. Rocinha (RJ): 69.161 Bewohner
    2. Sol Nascente (DF): 56.483 Bewohner
    3. Rio das Pedras (RJ): 54.793 Bewohner
    4. Coroadinho (MA): 53.945 Bewohner
    5. Parasiópolis (SP): 42.826 Bewohner
2010 betrug das mittlere Alter der Favelados 27,9 Jahre; in den "normalen" Wohngebieten Brasiliens lag es bei 32,7 Jahren. Das verhältnismässig größte Elendsgebiet Brasiliens liegt im Mündungsgebiet des Amazonas. In Belém do Pará wohnen53,9 % der Bevölkerung in Favelas. Da hört sich der Werbespruch "Wohnen Sie noch oder leben Sie schon?" gar nicht mehr so lustig an, oder? 

28 Dezember 2011

Manche lernen es nie!

Aber vielleicht handelt es sich ja nur um einen Nostalgiker?
Aufgenommen in einer Bäckerei in São Paulo am 1.12.2011

Der schwache Dollar (und der schwache €) machen es möglich!

Brasilien hat Grossbritannien 2011 überholt und wird in 2012 als sechstgrösste Wirtschaftsmacht der Erde eintreten, wenn man das BIP zum Massstab aller Dinge nimmt. Allerdings gilt das nicht, wenn man das BIP auf die Einwohnerzahl umrechnet, denn hier zeigt sich die alte Weisheit, dass man auch reich werden kann, wenn man an viele wenig verkauft. Und wenn man wie Brasilien viele Einwohner hat, nämlich ca. 192 Mio., dann sind auch 2,5 Billionen US$ auf diese umgelegt nur noch 13.021 US$/Kopf. Die neue Rangfolge des BIP ist USA, China, Japan, Deutschland, Frankreich und Brasilien. Sie wird sich wahrscheinlich in ein bis zwei Jahren wieder ändern, wenn Brasilien Frankreich überholt. Die Chancen dafür stehen gut für Brasilien, das Land will 2012 um mindestens 3,5 % wachsen. Aber bis das Prokopf-BIP auf westeuropäischem Niveau ist, werden wohl noch einige Jahrzehnte verstreichen. Und man darf nicht vergessen, das in der Zwischenzeit die Europäer nicht schlafen und ihre eigenen Werte auch verbessern wollen und hoffentlich werden.

47 Mrd. R$ kurbeln 2012 die Wirtschaft an

Aber vorher muss sie dieses Geld grösstenteils selbst aufbringen, denn der genannte Wert ist der Betrag, den 47,6 Mio. Brasilianer, deren Einkünfte an das Mindestgehalt geknüpft sind, 2012 zusätzlich ausgeben werden. Das Mindestgehalt wird ab 1.1.2012 von heute 545 R$ auf 622 R$ monatlich steigen, eine Erhöhung um 14,13 %, die erst mal verdient werden muss. Wie man von dieser Erhöhung von 77 R$ monatlich auf die 47 Mrd. R$ kommt, die 2012 zusätzlich zirkulieren sollen, wurde leider von der Zeitung ESTADO DE SÃO PAULO, die diesen Wert heute nannte, nicht erklärt.

22 Dezember 2011

Brasilien hat einen Hang zu grossen Zahlen

Kein Wunder bei der Grösse des Landes. Eine grosse Zahl ist z.B. der Wert von 10 Mrd. R$. Das sind die Schulden der Marfrig Alimentos. Um diese etwas abzutragen, übergab die Firma, die ihr Geld vor allem mit Rindfleisch verdient, ihre Logistikaktivitäten dem darauf spezialisierten Dienstleister Julio Simões Logística, der für die 16 Distributionszentren Marfrigs 150 Mio. R$ zahlte. Für 10 Jahre wird JSL jetzt alle Logistikaktivitäten des Schlachthausbetreibers Marfrig übernehmen. Marfrig sucht z.Z. noch einen Käufer für sein Terminal im Hafen von Itajaí. JSL hat 2011 schon Schio für 405 Mio. R$ übernommen, ein Transportunternehmen, welches in Brasilien und anderen Mercosurländern agiert. Schio setzte letztes Jahr 400 Mio. R$ um. JSL hat per September in den letzten 12 Monaten 2,6 Mrd. R$ umgesetzt und ist damit der unangefochtene Umsatzführer unter den Logistikfirmen. Im April 2011 hatte JSL ein IPO erfolgreich platziert, was 494,5 Mio. R$ in die Kassen spülte, die für M&A und Investitionen verwendet werden sollen.

21 Dezember 2011

Die Regierung macht Ernst mit der Entbürokratisierung

Schiffs- und Flugreisende, die aus dem Ausland nach Brasilien zurückkehren, können aufatmen. Sie können künftig ihren Kugelschreiber wegpacken, denn sie müssen ab 1.1.2012 nicht mehr die Zollerklärung über ihr begleitetes Gepäck ausfüllen. Voraussetzung ist, dass sie im Ausland nur Dinge des persönlichen Bedarfes wie Bücher und Kleidung, eine Kamera, ein Mobiltelefon oder eine Armbanduhr eingekauft haben. Wenn es andere Dinge wie z.B. Laptops waren, muss der Rückkehrer diese angeben, wenn der Wert 500 US$ übersteigt und entsprechend Zoll entrichten. Bei Reisen zu Lande oder über grenzüberschreitende Flüsse ist der Wert geringer und beträgt 300 US$. Zusätzlich können Schiffs- und Flugreisende noch 500 US$ im Duty Free - Shop ausgeben. Ab Jahresmitte sollen eventuelle Zölle per Geldkarte bezahlbar werden können und ab 2013 können Zollerklärungen vielleicht schon mit mobilen Geräten wie Handys oder Tablets abgegeben werden. Hoffentlich gilt das auch für uns ex patriates, die wir mit einem Dauervisum in Brasilien leben. Erst seit kurzem können RNE-Inhaber sich am Flughafen in die Schlange der Brasilianer bei der Passkontrolle einreihen, müssen aber im Gegensatz zu diesen immer noch ein Formular ausfüllen, in dem vermerkt wird, wohin sie reisen und woher sie bei der Rückkehr kommen und welche Flüge sie benutzen - wie jeder ausländische Tourist, der Brasilien besucht.

Der Frühling verabschiedet sich von São Paulo

Und das mit Bravour:
Diese Temperatur zeigte gestern das Autothermometer! Da bin ich mal auf den Sommer gespannt, der heute begonnen hat!

Fröhliche Weihnachten allen Bloglesern, von denen viele heute den ersten Wintertag erleben. Das hat man davon, wenn man auf der Nordhalbkugel wohnt! Da macht es ein mit meiner Tochter befreundetes Ehepaar aus Edewecht richtig, welches am Freitag bei uns in São Paulo eintrifft, um am selben Tag mit der Aida von Santos aus eine wohlverdiente Kreuzfahrt nach einem arbeitsreichem Jahr anzutreten. Die Dame wurde vor kurzem als Kriminologin promoviert und das neben der normalen Berufstätigkeit. Also wirklich wohlverdient! Ich werde sie fragen, ob es einen Dr.rer.krim. gibt.

16 Dezember 2011

Die (erstaunliche) Entwicklung der Welt

Im letzten Post zeigte ich, dass in São Paulo mehrere Welten parallel zu einander bestehen. Das gilt aber für das ganze Land, welches teils hochindustrialisiert, teil unterentwickelt ist. Im Weltmassstab zeigt ein Film die Entwicklung der letzten 200 Jahre von 200 Ländern in 4 Minuten. Klicken Sie in den Link und Sie werden überrascht sein.

13 Dezember 2011

Ländliches Brasilien in São Paulo - Interlagos

Diese Fotos schoss ich heute auf dem Weg nach Hause:



Weil es schwer zu glauben ist, dass ein echter Reiter sein Pferd neben dem Auto laufen lässt, habe ich die Szene auch gefilmt (mit dem iPhone im TomTom-Halter, wie das Gesetz es befiehlt!):

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07 Dezember 2011

BIP-Wachstum legt eine Pause ein

2011 lässt auch Brasilien nicht "ungebeutelt", die Wachstumsprognosen sprechen jetzt kurz vor Jahresschluss sogar schon von einer BIP-Zunahme von weniger als 3 %. Und 2012 soll diese mit 3,5 % nicht wesentlich besser werden. Und daran ist nicht nur die €-Krise schuld, die brasilianische Bundesregierung muss auch ihre Hausaufgaben besser machen, d.h. endlich die überfälligen Reformen angehen und die Korruption an der Wurzel bekämpfen -  bereits 6 Minister haben seit Jahresanfang ihren Hut genommen!

Das ist das Vierteljahres-BIP-Wachstum der jüngsten Vergangenheit:



Schuld hat auch die Überwertung des R$, die dafür sorgte, dass die Importe anstiegen und die Exporte schrumpften, zum Leidwesen der brasilianischen Industrie. Eine löbliche Ausnahme ist die Bauindustrie, ihr sektorielles BIP wird dieses Jahr um 4,8 % wachsen und nächstes Jahr voraussichtlich um 5,2 %. Mal sehen, wie die Regierung und die Zentralbank reagieren, "der Markt" sieht den Leitzins Mitte nächsten Jahres schon auf 9 bis 9,5 %/a fallen. Dass dies außergewöhnlich niedrig sein soll, zeigt, wie viel vom Standpunkt bzw. Standort abhängt, wenn man solche Werte beurteilt. Und mein Hinweis auf den Kurs 1 € = 2,50 R$ im letzten Post können Sie auch schon wieder vergessen, er liegt schon wieder bei 2,40!

23 November 2011

1 € über 2,50 R$ wert!




Aber in Europa will den € (fast) keiner haben. Seien wir froh, dass es ihn gibt und hoffen wir, dass die jetzigen Schwierigkeiten mittelfristig wenigstens zu einer europäischen Wirtschaftsregierung führen.

08 November 2011

Privatuniversitäten bringen Brasilien voran!

2001 waren in Brasilien 3.036.113 Studenten matrikuliert, 944.584 davon an öffentlichen Universitäten / Hochschulen. 2010 schnellte die Zahl der Studenten auf insgesamt 6.379.299 hoch, 1.643.298 davon waren an öffentlichen Bindungseinrichtungen eingeschrieben.
2001 mussten alle Studenten noch physisch anwesend sein, um am Unterricht teilzunehmen. 2010 waren 14,6 % der Studenten an Fernuniversitäten eingeschrieben und es werden immer mehr - das Internet macht's möglich. 34,4 % der Brasilianer aller Altersklassen der Bevölkerung zwischen 18 und 24 Jahren studieren heute. Das ist immer noch weniger als die Werte Chiles oder Argentiniens, aber besser als früher. Wenn man allerdings nur die Studenten zwischen 18 und 24 Jahren in's Verhältnis setzt zur Bevölkerung in diesem Alter, sinkt der Wert auf 17 %.
Studieren heisst nicht, dass das Studium auch erfolgreich abgeschlossen wird. Daran ist nicht zuletzt die Notwendigkeit, zu arbeiten Schuld, die viele Studenten zwingt, nachts bzw. abends zu studieren. 63,5 % aller Studenten tun dies heute.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt!

Und wenn der Dalai Lama, Bobo, Elton John und Madonna ein Hotel wie das Grand Hyatt in São Paulo beehren und bis zu 12.000 R$ für eine Übernachtung bezahlen, dann ist das noch lange keine Garantie für frische Lebensmittel. Der Küchenchef des Hotels wurde gestern festgenommen, weil man, einer anonymen Anzeige nachgehend, über 100 kg Lebensmittel fand, deren Haltbarkeitsdatum überschritten war, zum Teil um 3 Jahre! Aber der Hyatt-Chef mag sich trösten, er ist in guter Gesellschaft, denn in Rio fand man unlängst ebenfalls solche Lebensmittel im Othon Palace, Sofitel, JW Marriott und Pestana, alles teure Hotels, deren Küchenchefs nichts umkommen lassen. Aber ein guter Wein muss nicht teuer sein und ein teurer Wein muss nicht gut sein. Das gilt wohl auch für Hotels.

05 November 2011

Die Bibliophilen São Paulos

haben ein schweres Leben, denn angeblich hat Buenos Aires mehr Büchereien als ganz Brasilien. Aber in São Paulo gibt es sehr gute Büchereien, in jedem Einkaufszentrum findet man welche - im Gegensatz zu vielen Städten mit z.B. 50.000 Einwohnern wie Taquaritinga, wo man sogar Mühe hat, eine überregionale Zeitung zu finden.
Aber die Bibliotheken in São Paulo leiden, ihr Bücherbestand geht jährlich um 86.700 Bände zurück. Zwischen 2006 und 2010 verschwanden aus 70 Bibliotheken unserer Stadt 347.000 Bücher! 2006 fand man noch 2,88 Mio. Bücher in diesen Bibliotheken, letztes Jahr waren es trotz einiger Neuzugänge nur noch 2,53 Mio. Es gibt übrigens 107 öffentliche Bibliotheken in São Paulo, 54 davon sind Stadtteilbibliotheken. Die UNESCO empfiehlt 2 Bücher pro Einwohner, die die Bibliotheken bereitstellen sollten, in São Paulo sind es 0,26 - ohne die Bücher zu zählen, die die fleissigen Leser nicht zurückgegeben haben.

Verkehrsunfälle in Brasilien nehmen stark zu

2010 starben über 40.000 Menschen in Brasilien in Folge von Verkehrsunfällen, die oft durch betrunkene Autofahrer verursacht wurden. Die Zahl der Todesopfer ist im Vergleich mit 2002 um 24 % gewachsen, damit nimmt Brasilien den weltweit fünften Platz in dieser traurigen Kategorie ein, nach Indien, China, den USA und Russland. Schuld an der starken Zunahme der tödlichen Unfälle sind die Motorradfahrer - genauer gesagt, die motoboys - in Brasilien, wobei der Süden besonders betroffen ist: 2002 waren es hier 940 Tote, 2010 aber 2.948! Im ersten Halbjahr 2010 wurden 72.400 Verkehrsunfallsopfer in Krankenhäuser eingeliefert, ca. die Hälfte davon war in ein Motorradunfall verwickelt. Die Zahl der Unfälle mit Autos und Fussgängern nahm hingegen ab, um 17,2 bzw. 32,8 %. Die der Motorräder explodierte, die Zunahme betrug im genannten Zeitraum 243,1 %.

02 November 2011

Brasilianisch ist nicht Portugiesisch

Obwohl es viele Leute glauben und mir von einem Portugiesen übersetzte Texte zur Verwendung in Brasilien schicken. Aber sehen Sie selbst:

Brasilianisches Portugiesisch:

Sobre Java para o OS X Lion
Este lançamento instala a versão 1.6.0_26 do Java SE 6. O OS X Lion não fornece uma execução de Java, por padrão. Feche qualquer navegador da web antes da instalação.


Portugiesisches Portugiesisch:

Acerca de Java para o OS X Lion
Esta versão procederá à instalação da versão 1.6.0_26 do Java SE 6. O OS X Lion não disponibiliza um Java runtime por predefinição. Encerre todos os navegadores antes de proceder à instalação.


Also, wenn Sie in Brasilien mit landessprachlichen Texten punkten wollen, lassen sie diese bitte von einem Brasilianer übersetzen! Die Texte habe ich dem Apple-Site entnommen.

PCdoB - Die Partei des Sozialismus

Kommunisten / Sozialisten sind immer gut im Umverteilen gewesen; was dein ist, soll auch mein sein - was mein ist, geht dich gar nichts an! Darüber ist der Sportminister gestolpert, aber weder sein Nachfolger, der auch der PCdoB angehört, noch die Präsidentin fanden ein Wort der Kritik, im Gegenteil. Da fragt man sich, warum er zurückgetreten ist (und nicht etwas entlassen wurde!)? Die Präsidentin sprach von "aussergewöhnlicher Arbeit" (dem kann ich nur zustimmen) und der Nachfolger von Orlando Silva, Aldo Rebelo, sah ihn "mehr als unschuldig, ein Opfer!"

Das Ausmass der Korruption in diesem Selbstbedienungsladen, den das öffentliche Brasilien darstellt, wird ersichtlich durch die reine Aufzählung von Nummern. Seit 2003, noch unter Lula, bekamen die Kommunisten das Sportministerium zugesprochen, was sofort benutzt wurde, um wenigstens 41 Nichtregierungsorganisationen, die der Partei "nahestanden", öffentliche Gelder zukommen zu lassen. Öffentliche Gelder ist dabei ein irreführender Begriff, denn die Öffentlichkeit hat nichts von diesem warmen Regen und in Wahrheit handelt es sich um das Geld der Öffentlichkeit, denn diese ist die Geldquelle.

Die Präsidentin - unter dem Druck der Presse und damit der Öffentlichkeit - handelte, endlich, und liess die Auszahlung weiterer Gelder, deren Grundlage 2.670 (zweitausendsechshundertundsiebzig) Vereinbarungen des Sportministeriums mit gemeinnützigen Institutionen sind, stoppen. In den nächsten 30 Tagen soll jetzt untersucht werden, ob diese das erhaltene Geld - wir sprechen von 2,3 Mrd. R$!!! - auch zweckgerecht verwendet haben.

Unsere gemeinnützigen Institutionen sind in den letzten Jahren ein wichtiger Wirtschaftsfaktor Brasiliens geworden, gibt es doch derer 338.000 (dreihundertachtunddreissigtausend), und diese beschäftigen immerhin 1.700.000 (eine Million und siebenhunderttausend) Personen.  Im Senat gab es übrigens einen Untersuchungsausschuss, der von 2007 bis 2010 an Massnahmen herumdokterte, die den eklatanten Missbrauch von Steuergeldern verringern sollte. Das vorgeschlagene Massnahmenpaket wurde von der Regierung erfolgreich nicht umgesetzt, denn sie übte soviel Druck aus, dass über den Abschlussbericht nie abgestimmt wurde. Es wäre ja auch eine Katastrophe, wenn man die Zustimmung gewisser Koalitionsparteien verlöre, weil diese von den Futtertrögen vertrieben würden und die Auspolsterung der schwarzen Kassen, die natürlich nicht existieren, nicht mehr so einfach möglich wäre. Und damit auch das gute Leben derer, die Zugang zu diesen nicht existierenden schwarzen Kassen besitzen, ein Ende fände. Diese Situation ist auch der einzige Grund der PT-Regierung, gegen die Privatisierung anzugehen - denn diese hat durch die Umwandlung der Staatsfirmen in Privatunternehmen eine weitere Pfründe beseitigt. Was nicht heisst, dass zur Not - wenn nämlich guter Rat und die damit zusammenhängende Investition zu teuer wird - über den Schatten gesprungen wird wie bei der angekündigten Privatisierung der Flughäfen von Guarulhos, Campinas und Brasília oder bei der Konzessionsvergabe des Transrapidverbindung von Campinas mit Rio de Janeiro über Guarulhos / São Paulo.

Brasilien ist ein spannendes Land! Und solche Meldungen "Der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) will laut "Bild" vor dem Bundesverwaltungsgericht zusätzliche Pensionsansprüche in Höhe von monatlich 6350 Euro durchsetzen." sind undenkbar bei uns, Brasilien behandelt seine Minister besser und diese haben ein solches Zubrot auch nicht nötig. Denn sie können ja immer noch eine Nichtregierungsorganisation gründen und ..., aber das ist jetzt schon (böswillige) Spekulation, deshalb nehme ich den letzten Satz zurück, die Leser möchten ihn bitte bei ihrer Meinungsbildung nicht beachten. Hans Eichel bekommt übrigens zur Zeit 8.200 € als Pension / Rente. Der durchschnittliche Deutsche begnügt sich mit 800 bis 1.200 € im Monat und musste dafür noch kräftig in die Rentenkasse einzahlen. Aber er hat eben den Fehler gemacht, nicht in die Politik zu gehen.

31 Oktober 2011

Dilmas (Grusel-) Kabinett


Hier können Sie sich über die Minister der brasilianischen Regierung informieren, der link führt zur interaktiven Version des Gruppenfotos mit Dame(n). 

Cairam ou pediram demissão = Stürzten oder traten zurück
Também foram ministros no governo Lula = Waren auch in der Regierung Lula Minister

Ob die Tatsache, dass dieses Foto am Reformationstag veröffentlicht wurde, etwas zu bedeuten hat?

Brasiliens BIP größer als das Großbritanniens?

Wenn diese Prognose der Economist Intelligence Unit stimmt, wäre Brasilien die sechstgrößte Wirtschaftsmacht weltweit. Studien des Internationalen Währungsfonds und des Business Monitor International unterstützen diese These, schon 2011 soll es soweit sein, das BIP Brasiliens soll 2,44 Billionen US$ erreichen, Grossbritanniens BIP soll bei 2,41 liegen. Zur Erinnerung, 2010 hatte Brasilien bereits Italien überholt. Allerdings wird auch vorhergesagt, dass Indien schon 2013 den sechsten Platz einnehmen wird, Brasilien aber 2014, durch die Fußballweltmeisterschaft angetrieben, Frankreich überholen werde und dann wieder eine Position vorrücken wird. 2020 sollte Brasilien dann auch Deutschland überrundet haben und wäre damit, am BIP gemessen, größer als jegliches europäische Land! Damit erklärt sich auch der Ansturm deutscher Wirtschaftsdelegationen auf Brasilien, praktisch jede Woche empfängt die AHK in São Paulo zusammen mit den anderen AHKs z.B. in Rio oder Porto Alegre deutsche Politiker und Unternehmer, die Brasilien kennenlernen und hier Geschäfte machen möchten. Brasilienveranstaltungen in Deutschland sind ebenfalls gut besucht; kürzlich wirkte ich bei einer der IHK Bielefeld mit, die von fast 200 Interessenten besucht wurde. Vom 14. - 18.11. bin ich übrigens wieder in der IHK Essen, um kostenlos Brasilieninteressierte zu beraten, ab dem 21.11. mache ich dies dann in Süddeutschland. Die Termine in Essen koordiniert wie immer Tobias Slomke von der IHK, in Süddeutschland macht dies mein Partner Harald Sterzinger.

30 Oktober 2011

Trunkenheit am Steuer

ist leider noch viel zu häufig in Brasilien, obwohl es seit langem dafür Regeln und Gesetze gibt. Bis zu 0,13 Promille Alkohol im Blut sind erlaubt, also ein Glas Wein oder ein "Bierchen" sind in Ordnung. 0,14 bis 0,33 Promille haben eine Geldstrafe von 957 R$ zur Folge und bis zu einem Jahr Führerscheinentzug. Darüber hinaus wird es richtig teuer, denn ab 0,34 Promille wird der Fahrer als Krimineller behandelt und angeklagt. Per Oktober wurden in der Stadt São Paulo 170.000 Alkoholkontrollen durchgeführt und mehr als 3.000 betrunkene Fahrer festgenommen. Trotzdem sind wir noch weit vom Idealzustand entfernt. In São Paulo (Stadt) wurden 2008 noch 1.436 Menschen von betrunkenen Fahrern getötet, 2009 waren es 1.382 und 2009 immer noch 1.357. Die Stadt Rio hat mit besseren Zahlen aufzuwarten, 2008 waren es 234 Opfer, die Trunkenheit am Steuer zurückzuführen waren, 2009 starben aus diesem Grund 227 Menschen und letztes Jahr 199. Selbst wenn man berücksichtigt, dass in Rio nur 2 Mio. Autos zugelassen sind gegenüber 6,5 Mio. in São Paulo, haben wir in der grössten Stadt Südamerikas noch viel zu tun. Und Gesetze allein helfen nicht, Verkehrserziehung und drakonische Strafen, die nicht nur angedroht werden, sind ein wichtiges Komplement, so wie permanente Kontrollen auch direkt an den Stellen, wo die Alkoholseeligen nach dem Verlassen einer Bar oder einer Diskothek normalerweise in ihr Auto steigen. Obwohl übrigens in São Paulo viele Bars gerne ein Taxi rufen - aber die Uneinsichtigen meinen, dass sie dies nicht bräuchten. Hoffentlich ändert sich dies bald. Und diese Hoffnung besteht, denn früher gab es auch keine Sicherheitsgurte und keine Babysitze in unseren Autos, heute ist dieses lebensrettende Zubehör nicht mehr wegzudenken und wird auch benutzt.

27 Oktober 2011

Pressestimmen über Brasilien

Peugeot Citroën erhöht Investitionen in Brasilien

BrasilNews - ‎vor 10 Stunden‎
Der französische Automobilhersteller PSA Peugeot Citroën teilte gestern (26.10.) mit, dass im Zeitraum 2012 bis 2015 in Brasilien jährlich eine Summe von 575 Millionen Reais (ca. 234 Millionen Euro) investiert werden sollen. 


Conceptum Sport Logistics offizieller Logistikpartner für Handball-WM Frauen ...

news aktuell (Pressemitteilung) - ‎vor 8 Stunden‎
Frankfurt/Rio de Janeiro (ots) - Es sind keine 40 Tage mehr, bis in Brasilien die Handball-Weltmeisterschaft der Damen beginnt. In diesem Jahr greift der brasilianische Handballverband als Ausrichter erstmals auf die spezialisierten Dienstleistungen ...

Brasilien will in europäische Firmen investieren

BrasilNews - ‎vor 9 Stunden‎
Der brasilianische Minister für Wissenschaft, Technik und Innovation, Aloizio Mercadante, teilte gestern (26.10.) mit, dass die Regierung Brasiliens brasilianischen Firmen finanzielle Unterstützung anbieten werde, um staatliche, zu privatisierende ...

Brasilien: Bessere Medikamentenversorgung für alle

Womblog (Blog) - ‎vor 5 Stunden‎
Von Fabiola Ortiz- Rio de Janeiro | IPS | Brasilien strebt den Ausbau seiner Pharmaproduktion an. So will das größte südamerikanische Land künftig mehr eigene Arzneimittel herstellen und zum größten Lieferanten von Medikamenten gegen die 

Brasilien will keine Euro-Anleihen kaufen

euronews - ‎26.10.2011‎
Die Bemühungen der Eurozone, aussereuropäische Investoren für den Euro-Rettungsfonds zu gewinnen, haben einen Dämpfer erhalten. Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega wies die Idee zurück, sein Land könnte verstärkt europäische Anleihen kaufen 

Europaministerin Müller will ab Donnerstag vor Ort mögliche Kooperationsfelder ...

Kanal8 - ‎26.10.2011‎
Stationen der Reise sind unter anderem Sao Paulo und Rio de Janeiro. Bayern ist mit dem Bundesstaat Sao Paulo in einem internationalen Netzwerk von Partnerregionen verbunden, das 2002 gegründet wurde. Zu ihm gehören noch das kanadische Québec,

Vale kann Erwartungen nicht erfüllen

shareribs.com - ‎vor 7 Stunden‎
(shareribs.com) Sao Paulo 27.10.11 - Der brasilianische Minenriese Vale SA hat im dritten Quartal nicht die Erwartungen des Marktes erfüllen können. Die starke Abwertung des Real hat bei dem größten Eisenerzproduzenten der Welt zu einem Währungsverlust 

Braut-Parade in Brasilien: Im Hochzeitskleid durch São Paulo

RP ONLINE - ‎25.10.2011‎
São Paulo (RPO). Für die meisten Frauen ist es der schönste Tag im Leben. Für viele soll er einmalig bleiben. Nicht aber für einige hochzeitswütige Damen in Brasilien. Sie haben kurzerhand eine Braut-Parade organisiert. Mit Kutschfahrt, Brautstrauß und ...

Neuer Flughafen für São Paulo

aeroTELEGRAPH - ‎vor 11 Stunden‎
Gemäß einer Studie der Regierung des Bundesstaates São Pauloempfängt die Region im Jahr 2014 - wenn die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien stattfindet - deutlich über 60 Millionen Flugpassagiere. Das ist weitaus mehr, als die drei Flughäfen der

Brasilien in den ECOSOC der UN gewählt

BrasilNews - ‎vor 11 Stunden‎
Am vergangenen Montag wurde Brasilien für eine Amtszeit von drei Jahren in den Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (Economic and Social Council, kurz: ECOSOC) gewählt. Brasilienerhielt 186 von 191 mögliche Stimmen und übertraf damit das ...

VW will offenbar neues Werk in Brasilienbauen

AFP - ‎vor 21 Stunden‎
Rio de Janeiro — Volkswagen will einem Pressebericht zufolge zwei Milliarden Dollar (1,43 Milliarden Euro) in den Bau einer neuen Fabrik bei Recife im NordostenBrasiliens investieren. Wie die Wirtschaftszeitung "Valor" berichtete, verhandelt VW mit ...

Peugeot Citroen investieren weiter in Brasilien

MOTOR-TRAFFIC.de - ‎vor 2 Stunden‎
PSA Peugeot Citroen 2011-10-27 Mit einem Investitionsvolumen von jährlich 240 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren wollen Peugeot und Citroen (PSA) in Brasilien die dortige Produktionskapazität verdoppeln. Als Erfolg dieser Investitionen sollen

Volkswagen plant Bau eines neues Werks in Brasilien - Presse

Märkische Allgemeine - ‎vor 12 Stunden‎
SAO PAULO (Dow Jones)--Volkswagen will offenbar ein neues Werk in Brasilien errichten. Wie die Zeitung "Valor Economico" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, will VW für 2 Mrd USD eine neues Produktionsstätte mit einer

Elektroindustrie von Schuldenkrise unberührt

AW-Portal - ‎26.10.2011‎
Die Ausfuhren in die BRIC-Staaten boomen. Im August konnte die Elektrobranche Produkte und Systeme im Wert von 12,2 Mrd. Euro exportieren und somit im Vorjahresvergleich die Ausfuhren um viereinhalb Prozent steigern, teilte der ZVEI-Chefvolkswirt Dr. ...

Euro-Schuldenkrise: Brasilien pfeift auf Bonds aus Europa

Financial Times Deutschland - ‎26.10.2011‎
Mantega hatte selbst vor wenigen Wochen vorgeschlagen, die Bric-Länder - Brasilien, Russland, Indien und China - könnten mit ihren Reserven via IWF Europa aus dem Schlamassel helfen. Einem Euro-Zonen-Vertreter zufolge hat der IWF bereits angedeutet,
Quelle: Google-News

24 Oktober 2011

Der Traum aller brasilianischer Steuerzahler

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Diesen Film erhielt ich von meinem Freund Dietmar Rother. Er - der Film - erinnert sehr an "Stargate" und die Wahrscheinlichkeit, dass dieser brasilianische Traum Wirklichkeit wird, ist kleiner als die Möglichkeit, ein Sternentor zu benutzen. 

23 Oktober 2011

Hotels sind Mangelware

Das merkte ich kürzlich in Rio, wo man in den Hotels an der Copacabana absurde Werte zahlen muss, die 400 € pro Tag übersteigen, aber auch in São Paulo, wo ich einen Geschäftsfreund, der morgen früh ankommt, nur mit Mühe einen Platz in einem IBIS-Hotel für die erste Nacht verschaffen konnte. Die nächsten Nächte sind noch nicht gesichert, alle Hotels sind ausgebucht.
Deshalb weichen viele Unterkunftsuchende notgedrungen auf Guarulhos und das ABC-Gebiet aus. Aber selbst dort ist es schwierig, während der Woche liegt hier die mittlere Hotelauslastung schon bei 90 % und in Guarulhos bei unglaublichen 99 %.
Der Übernachtungspreis richtet sich - natürlich - nach Angebot und Nachfrage. Aber nicht nur hier, wenn ich in der IHK Essen Brasilieninteressierte berate, kostet mich das auch zwischen 100 und 200 € die Nacht, je nach dem, ob gerade eine Messe für Vollbelegung sorgt oder Sauregurkenzeit ist. Der mittlere Übernachtungspreis in São Paulo lag im Juni 2011 bei 246 R$, das sind ziemlich genau 100 €, was früher für ein 4Sterne-Hotel ausreichte, manchmal sogar für eines mit 5 Sternen. Letztes Jahr war es noch 20 % billiger, in ein Hotel zu ziehen. São Paulo hat 410 Hotels mit 42.000 Zimmern. Das reicht vorne und hinten nicht, besuchen doch 2.700.000 Reisende São Paulo im Jahr. Kein Wunder, alleine von heute bis Ende Oktober finden in der Stadt 55 Veranstaltungen statt, von Engineeringseminaren bis hin zu Fonoaudiologiekongressen.
In Rio sind die Hotels noch teurer, hier beträgt der mittlere Zimmerpreis 328 R$. Aber man guckt auch auf das Meer - siehe meinen post vom 23.9.2011.

Die rote Gefahr?

Der vermutete Skandal um den Sportminister richtete die Aufmerksamkeit auf die kommunistische Partei Brasiliens, die zur Zeit unter ihrem Markenzeichen PCdoB mit Hammer und Sichel täglich im Fernsehen auftritt und sich als Saubermann betätigt - ähnlich wie Waschmittelwerbung, weißer geht's nicht oder von mir aus auch röter. Aber der Persilschein des Sportministers und auch der seines Vorgängers ist noch in weiter Ferne, wenn er denn überhaupt jemals ausgestellt wird. Dass sein Vorgänger der PT angehört und dass die PCdoB für die Bundesregierung extrem wichtig ist, macht es der Präsidentin nicht einfacher, den Sportminister in die Wüste zu schicken, zu dem ihr Vorgänger Lula diesen bestärkt, den Sturm auszusitzen.

Die PCdoB wächst entgegen dem Zeitgeist, 2001 hatte sie nur 33.948 Mitglieder, 2005 waren es schon 69.638 und 2009 sogar 102.330. Neuere Zahlen sind laut Partei nicht verfügbar, angeblich muss man zählen, um die Anzahl der Mitarbeiter zu wissen.

Die Partei verfügt heute über 608 Stadtverordnete, 66 Vizebürgermeister, 42 Bürgermeister, 18 Landtagsabgeordnete, 14 Bundestagsabgeordnete, 2 Senatoren und 1 Bundesminister. 2010 erhielt sie aus dem Parteienfond 4,4 Mio. R$, in diesem Jahr bis September 6,6 Mio. R$. Das ist ihr offensichtlich nicht genug, wie die Anschuldigungen gegen den Sportminister zeigen.

22 Oktober 2011

Nach Post und Banken

sind jetzt die Flughaefen an der Reihe. Allerdings hat das Personal in Brasília und Guarulhos den am Donnerstag begonnenen Streik schon wieder beendet, nur der Frachtflughafen Viracopos ist noch betroffen. Worum geht es? Nicht um mehr Geld, sondern um nackte Existenzangst. Denn die drei genannten Flughaefen sollen kuenftig nicht mehr von der staatlich Infraero verwaltet werden, die Bundesregierung will sie privatisieren und Verwaltung und Sicherheit einem Konzessionaer anvertrauen. Was offensichtlich den Angestellten des Oeffentlichen Dienstes den Angstschweiss auf die Stirn treibt, die Unbillen der Freien Wirtschaft drohen!

21 Oktober 2011

Eine weisse Weste

haben unsere Politiker normalerweise nicht, der jüngste Fall einer drohenden Verschmutzung hängt wie das Damoklesschwert über dem kommunistischen Sportminister, dem Präsidentin Dilma schon die Verfügung über Fußballweltmeisterschaft und Olympiade entzogen hat und dem sie jetzt in den nächsten Tagen auch wohl den Teppich unter den Füßen wegziehen wird.

Aber abgesehen von solchen Fällen tut sich was in Sachen Sauberkeit, aber nur in São Paulo, in Brasília besteht noch Handlungsbedarf:

Die Stadtverwaltung von São Paulo beschäftigt nämlich seit den 70er Jahren schon keine Strassenkehrer mehr, sondern hat diese Arbeit an die Privatwirtschaft weitergegeben. Es geht diesmal um einen Dreijahreskontrakt im Wert von 2,1 Mrd. R$, also um 800.000 €/Tag, die uns die Sauberkeit unserer Stadt kosten wird.

Insgesamt müssen täglich 5.200 km Strassen gefegt, 500 Gullys gesäubert und 150.000 Abfallbehälter zunächst angebracht und dann auch immer geleert werden. Diese Aufgabe eines Herkules, vergleichbar mit der Säuberung der Rinderställe des Augias, gibt 12.896 Personen Lohn und Brot.

Bleibt zu hoffen übrig, dass solche verlockenden Summen nicht Anlass zu neuen Korruptionsskandalen werden! Der auslaufende Vertrag belief sich übrigens auf 450 Mio. R$ jährlich, der neue ist also 56 % teurer als der alte. Bemängelt wurde an der bisherigen Verfahrensweise u.a. die fehlende Kontrolle der ausgeführten Arbeit.

Mit Kontrolle haben es die Behörden nie ernst genommen, es sein denn, man kann damit Geld in die leeren Staatskassen bringen. So soll São Paulo 10.000 (!) nicht autorisierte Gasverkaufsstellen haben. In Rio, nach der Explosion eines Restaurants, fangen die Kontrollen jetzt an. Hoffentlich muss in São Paulo kein Unglück passieren, damit man hier auch aufräumt.

Die Zinsen fallen in Brasilien...

...aber wir sind trotzdem noch Weltmeister. Denn die Reduzierung des Leitzinses um 0,5 % - Punkte am 19.10.2011 auf jetzt 11,5 % im Jahr lässt uns die Liste der Realleitzinsen, also Nominalwert minus Inflation, immer noch anführen:

  • 5,5 %/a Brasilien
  • 2,3 %/a Ungarn
  • 1,9 %/a Chile
  • 1,8 %/a Indonesien
  • 1,3 %/a Mexiko
  • 1,1 %/a Australien
  • 1,0 %/a Russland
  • 0,7 %/a Kolumbien
  • 0,5 %/a Taiwan
  • 0,4 %/a China
Mal sehen, wann wir die nominalen 8,5 % wieder erreichen, die wir schon mal als niedrigsten Wert der letzten Jahre hatten. 

17 Oktober 2011

Pressestimmen über Brasilien

Brasilien: Korruptionsvorwürfe gegen Sportminister

BILD - ‎vor 3 Stunden‎
Brasília – In Brasilien muss sich Sportminister Orlando Silva (40) gegen Korruptionsvorwürfe zur Wehr setzen. Der seit 2006 amtierende Politiker wurde von einem Ex-Parteifreund und Polizeibeamten in der Zeitschrift „Veja” beschuldigt. 


Meinung | Südamerika: Brasilien ist die Wirtschaftsmacht der Zukunft

WELT ONLINE - ‎vor 5 Stunden‎
Brasilien kann mehr als Samba, Fußball und schöne Frauen. Mit wahnsinnigen Zahlen in allen Wirtschaftszweigen ist es bald eines der wichtigsten Länder der Welt. Es wurde ein Bestseller – und ein Klassiker der Brasilien-Literatur. 


Steuern und Bürokratie als Hürden für Schweizer Firmen in Brasilien

Basler Zeitung - ‎vor 10 Stunden‎
Die Unternehmen wollen in den aufstrebenden Märkten Brasilienund Chile ihre Chancen nutzen, beklagen sich aber über Bürokratie und hohe Steuern. Die hohen Importsteuern und -zölle von derzeit 46 Prozent in Brasilien

Paulo Ricardo Stark ersetzt gefeuerten Siemens-Chef inBrasilien

latina press - ‎vor 1 Stunde‎
Siemens hat Paulo Ricardo Stark (42) zum neuen CEO in Brasilien ernannt. Von dem bisherigen Landeschef in Brasilien, Adilson Antonio Primo (58) hat sich das Unternehmen mit sofortiger Wirkung getrennt. Eine interne Compliance-Untersuchung hat jetzt 

Brasilianische Präsidentin besucht Angola und Mosambik

BrasilNews - ‎vor 10 Stunden‎
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff besucht ab morgen die ehemaligen portugiesischen Kolonien Mosambik und Angola. Zwischen diesen Ländern bestehen enge wirtschaftliche, soziale und Handels-Beziehungen. Experten sehen für Mosambik innerhalb 

Geldersparnisse durch Umstellung auf Sommerzeit inBrasilien

BrasilNews - ‎vor 8 Stunden‎
wurde die Zeit im Süden, Südosten und westlichen Zentrums Brasiliens sowie im Bundesstaat Bahia und im Bundesdistrikt auf die Sommerzeit umgestellt. Diese Regionen stellten die Uhrzeit eine Stunde vor. Die Regierung rechnet mit einer geringeren 

Celesio baut Brasilien-Geschäft weiter aus

Stock World - ‎vor 10 Stunden‎
Celesio baue mit dem 60%igen Kauf am Arzneimittelhändler Oncoprod dasBrasilien-Geschäft weiter aus. Seit 2009 sei das Unternehmen in diesem Land durch den Kauf des Konkurrenten Panpharma groß im Geschäft. Nach Angaben von Celesio-Chef Markus Pinger


Zeitung: BMW will Montagewerk in Sao Paulo bauen

Reuters Deutschland - ‎05.10.2011‎
Frankfurt (Reuters) - BMW will einem Zeitungsbericht zufolge ein neues Montagewerk im brasilianischen Sao Paulo bauen. Die Wahl sei auf die Wirtschaftsmetropole gefallen, da dort bereits alle wichtigen Zulieferer vertreten seien, berichtete das

Schneider-Ammann zu Besuch in der Metropole São Paulo

Tages-Anzeiger Online - ‎14.10.2011‎
Auf seinem Arbeitsbesuch in Brasilien ist Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann am Freitag in São Paulo eingetroffen, dem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum Brasiliens. Der Bundesrat trifft dort den Vize-Gouverneur des Bundesstaats,


ThyssenKrupp: Brasilien als langfristiger Motor

4investors - ‎vor 4 Stunden‎
17.10.2011 (www.4investors.de) - Die Analysten des Bankhaus Lampe erneuern die Kaufempfehlung für die Aktien von ThyssenKrupp. Das Kursziel sehen sie bei 31,00 Euro, bisher stand es auf 32,00 Euro. Die Analysten haben das Stahlwerk des Konzerns in

Hilfszahlung über IWF China, Brasilien und Co. wollen Euro-Staaten retten

Spiegel Online - ‎14.10.2011‎
Kann Europa seine Krise allein lösen? Nein, sagen wichtige Schwellenländer wie China und Brasilien. Laut einem Zeitungsbericht drängen sie bei der Euro-Rettung auf eine stärkere Rolle des Internationalen Währungsfonds. Im Gegenzug sind sie bereit,

Brasilien: Parlamentarier unterbreiten Vorschläge für Rio+20
amerika21.de - ‎16.10.2011‎
Brasília. Eine Kommission brasilianischer Abgeordneter hat diese Woche dem Außenminister des Landes, Antônio Patriota, eine Liste mit 20 Vorschlägen überreicht, die der Gastgeber Brasilien auf der UN-Konferenz über Nachhaltige Entwicklung (Rio+20) 
Quelle: Google News

16 Oktober 2011

Von Maßstäben

Sie wissen doch, eine Flasche in der Firma ist absolut gesehen wenig, aber eine im Vorstand ist relativ viel. So ist auch mit dem Wachstum. Es ist eine beliebte Übung Berufener und Unberufener, das BIP-Wachstum für das nächste Jahr vorherzusagen. Dass es dabei immer um den Begriff Wachstum geht, ist wahrscheinlich Politikern zu verdanken, denn diese sprechen ja auch vom Nullwachstum oder von einem negativen Wachstum, um vor dem dummen (?) Wahlvolk einen Rückgang zu verschleiern. Also sollte man eigentlich nicht von Wachstum sprechen, sondern von einer Veränderung zum (meist) Vorjahr. Und wenn diese Änderung einen hohen Wert in Prozent(punkten) ausweist, wird in Jubel ausgebrochen. Nun denn, das höchste Wachstum wird 2011 mit 18,7 % in Qatar erwartet, gefolgt von Ghana mit 13,5 % und der Mongolei mit 11,5 %. Sehr schön, relativ gesehen, aber unbedeutend, wenn man die Werte absolut betrachtet. Das Welt-BIP wuchs übrigens 2010 um 5,1 %; 2009 war es noch um 0,7 % geschrumpft.

Und wie steht es um Brasiliens BIP? Zunächst wurden 5,5 % für 2011 vorhergesagt, jetzt sind es nur noch 3,5 bis 3,8  %. Aber Argentiniens BIP soll um 8 % wachsen und das Chiles um 6,5 %, also erheblich mehr als Brasiliens BIP. Dazu muss man aber wissen, dass das BIP des Bundesstaates São Paulo ungefähr dem von Argentinien entspricht und das der Stadt São Paulo dem von Chile. Das in die richtige Relation gerückt, erlaubt einen Blick auf die voraussichtliche BIP-Änderung der G-20 - Staaten (Im "Estado de São Paulo" vom 16.10.2011 habe ich nur diese 19 gefunden):
  • 9,5 % China
  • 8,0 % Argentinien
  • 7,8 % Indien
  • 6,6 % Türkei
  • 6,5 % Saudiarabien
  • 6,4 % Indonesien
  • 4,3 % Russland
  • 3,9 % Südkorea
  • 3,8 % Brasilien 
  • 3,8 % Mexiko
  • 3,4 % Südafrika
  • 2,7 % Deutschland
  • 2,1 % Kanada
  • 1,8 % Australien
  • 1,7 % Frankreich
  • 1,5 % USA
  • 1,1 % Vereinigtes Königreich
  • 0,6 % Italien
  • - 0,5 % Japan
Wie man sieht, wächst in Japan das BIP nicht, sondern geht 2011 zurück; kein Wunder nach den Katastrophen, die das Land dieses Jahr heimsuchten. Im Vergleich von 193 Ländern lag Brasilien mit 7,5 % letztes Jahr auf dem 31. Platz, 2011 reicht es wahrscheinlich nur zum 97. Platz. Interessant fand ich die Begründung von Professor Grisi der FIA für das schlechte Abschneiden Brasiliens im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern; der sagte nämlich, dass Chile ein Land mit einer profunden Ausbildung sei und seine Wirtschaft weit geöffnet habe, Peru habe wichtige Reformen durchgeführt - im Gegensatz zu Brasilien, füge ich hinzu. Alexandre Chaia, Professor  des INSPER, führte beim Vergleich der BRIC-Staaten aus, dass Brasiliens schlechtes Abschneiden gegenüber China und Russland damit zu begründen sei, dass Brasilien demokratischer sei. 

Die Entwicklung der Automobilindustrie in Brasilien

Als ich 1978 nach Brasilien kam, träumte man hier davon, eine Million Autos im Jahr zu bauen. Dieser Traum ist schon längst Wahrheit geworden, was sich an den täglichen Staus bemerkbar macht. Die jetzige Kapazität beträgt bereits 4,3 Millionen Fahrzeuge und soll ab 2015 auf 6,3 Millionen Einheiten aufgestockt werrden. Diese Erweiterung entspricht der Produktionskapazität Kanadas! Die Produktionskapazität Brasilien betrug übrigens 2006 nur 3,5 Mio. Fahrzeuge.
Heute ist Brasilien bereits, an den Verkaufszahlen gemessen, die viertgrößte Autonation der Welt. Das sind die Absatzzahlen per August 2011:
  • CHINA: 11.984.000 Autos
  • USA: 8.436.000 Autos
  • JAPAN: 2.622.000 Autos
  • BRASILIEN: 2.372.000 Autos
  • DEUTSCHLAND: 2.335.000 Autos
  • INDIEN: 2.149.000 Autos
Die bereits in Brasilien vorhandenen Kfz-Hersteller haben von 2004 bis 2006 ca. 3,6 Mrd. US$ investiert, 2007 bis 2010 waren es schon 11,8 Mrd. US$ und von 2011 bis 2015 sollen es 21,0 Mrd. US$ werden! Das sind die Werte, auch für die Hersteller, die neu nach Brasilien kommen:
  • GM: 3 Mrd. US$ von 2008 bis 2012 in São Caetano do Sul, São José dos Campos, Mogi das Cruzes, Gravataí und Joinville
  • VW: 5 Mrd. US$ von 2010 bis 2016 in São Bernado do Campo, Taubaté, São Carlos, São José dos Pinhais un einem noch nicht definierten Ort
  • FORD: 2,3 Mrd. US$ von 2011 bis 2015 in São Bernado do Campo, Taubaté und Camaçarí
  • RENAULT: 0,9 Mrd. US$ von 2010 bis 2015 in São José dos Pinhais
  • FIAT: 6,5 Mrd. US$ von 2011 bis 2014 in Betim und Goiana
  • TOYOTA: 0,6 Mrd. US$ von 2010 bis 2012 in Sorocaba
  • HYUNDAI: 0,6 Mrd. US$ von 2010 bis 2012 in Piracicaba
  • SUZUKI: 0,06 Mrd. US$ 2012 in Itumbiara
  • CHERY: 0,4 Mrd. US$ von 2010 bis 2013 in Jacareí
  • JAC: 0,6 Mrd. US$ bis 2014 in Camaçari
  • NISSAN: 1,5 Mrd. US$ bis 2014 in Resende
  • LIFAN/EFFA: 0,2 Mrd. US$ bis 2014 in einem noch nicht definierten Ort
  • MITSUBISHI: 0,88 Mrd. US$ von 2010 bis 2015 in Catalão
  • MERCEDES BENZ: 0,88 Mrd. US$ von 2010 bis 2013 in São Bernado do Campo und Juiz de Fora
Dazu kommt noch BMW, denn auch diese Firma hat sich entschieden, Autos in Brasilien zu montieren, siehe auch BMW will Montagewerk in Sao Paulo bauen.

Digitale Karte der Unterwelt von São Paulo fertig

Seit 2009 bemüht sich die Stadtverwaltung von São Paulo, eine digitale Karte der Unterwelt zu schaffen, einer Unterwelt, die nicht mit Drogenhändlern und anderem - in Brasilien durchaus nicht lichtscheuen - Gesindel - gefüllt ist, sondern mit Wasser- und Abwasserleitungen, Gasrohren und Kabeln zur Weiterleitung von Elektroenergie und elektrischen und optischen Signalen zur Informationsübertragung für Dienste wie Telefon, Kabelfernsehen und Internet. Diese Karte steht jetzt den zuständigen Mitarbeitern z.B. im Bauamt zur Verfügung und zeigt den genauen Verlauf von 115.000 km langen unterirdischen Leitungen aller Art an. Der Wasserversorger SABESP hat das größte Einzelnetz mit 34.000 km für Wasser und Abwasser, dann kommen 4.700 km Gasleitungen für 800.000 Haushalte, 6.500 km Telefonleitungen von insgesamt 38.000 km - die Differenz ist oberirdisch verlegt, 2.700 km elektrische Leitungen von insgesamt 36.000 km - auch hier finden wir die Differenz über der Erde, und zum Schluss noch 1.500 km Kabelfernseh- und Internettelefonleitungen von insgesamt 3.000 km.
Noch sind diese Daten nicht frei verfügbar, aber die Stadtverwaltung denkt daran, diese im Internet für jeden zugänglich zu machen.
Rio arbeitet an einem ähnlichen Projekt, auch andere Grossstädte Brasiliens, aber São Paulo ist meines Wissens am weitesten fortgeschritten. Vor einigen Jahren sprach ich übrigens mit einer Firma in Deutschland, die sich auf die Erstellung solcher Karten spezialisiert hatte, aber dann doch nicht den Mut fand, nach Brasilien zu gehen. Schade, eine verpasste Gelegenheit; verpasst, weil man nicht investieren wollte. Ähnlich wie eine Firma aus Karlsruhe, die auf Flughafenplanung spezialisiert ist, Kontakte knüpfte, alles zu mühselig fand und sich zurückzog - ironischerweise rechtzeitig vor der Privatisierung der Flughäfen von Guarulhos (São Paulo), Campinas und Brasília, die schon im nächsten Jahr umgebaut bzw. erweitert werden sollen. Näheres unter Brasilien nennt Mindestgebote für Flughafenprivatisierung
Was braucht man in Brasilien für gute Geschäfte? Verbindungen, Geduld und Hartnäckigkeit! Und auch Geld, natürlich, von Nichts kommt nichts!

Brasilien als Müllhalde der "Ersten" Welt?

Das konnte man am 18.8.2010 in der Zeit Online in einem Artikel von Mauricio Lima lesen:

"MÜLLEXPORT
Brasiliens Behörden entdecken illegalen Müll aus Hamburg
Illegaler Abfall ist aus Hamburg nach Brasilien verschifft worden. Die Behörden dort haben eine Frist gesetzt: Der Müll soll binnen weniger Tage zurück nach Deutschland.
Auch aus anderen Ländern kam bereits illegal importierter Hausmüll nach Brasilien. Diese Ladung stammt aus Großbritannien
Gekennzeichnet war die Ladung als zu recycelnder Polyethylen-Kunststoff, tatsächlich aber handelte es um 22 Tonnen Hausabfälle. Angaben des staatlichen Umweltinstitutes Ibama zufolge kam der Müll bereits in der vergangenen Woche mit einem Schiff der chinesischen Hanjin Shipping im Bundesstaat Rio Grande do Sul an. Exporteur ist demnach das Hongkonger Unternehmen Dashan. In den Ladepapieren stehe, dass das Material aus Tschechien stamme und für die brasilianische Firma Recoplast bestimmt sei. Nach dem Recycling sollte der Kunststoff verkauft werden. 
Ibama-Präsident Abelardo Bayma sagte, die Verschiffung des Mülls verstoße gegen die Baseler Konvention von 1989, die Kontrollmechanismen für den Transport gefährlicher Abfälle vorsehe. "Der Verstoß gegen internationale Abkommen ist ein Affront gegen die Unterzeichnerstaaten und in diesem Fall eine Missachtung Brasiliens und der brasilianischen Gesellschaft." Tatsächlich zählt Haushaltsmüll laut der Vereinbarung zur Gruppe von Abfällen, "die besonderer Prüfung bedürfen".
Die brasilianischen Behörden setzten eine Frist von zehn Tagen für den Rücktransport des Abfalls nach Deutschland. Bereits im vergangenen Sommer hatten sie knapp 1500 Tonnen illegal eingeführten Haushaltsmülls aus Großbritannien beschlagnahmt, darunter Spritzen, Kondome und Windeln sowie Batterien, Essensreste und Kleidung. Auch damals war der Müll falsch als Plastik deklariert gewesen, das in dem südamerikanischen Land hätte recycelt werden sollen."
Genützt hat es nichts, denn jetzt wurden in einem Laden in Santa Cruz do Capibaribe, 205 km von Recife, der Hauptstadt Pernambucos, Hospitalabfälle entdeckt, mit denen fröhlich gehandelt wurde. Unter anderem handelte es sich um ungereinigte Krankenhausbettwäsche und befleckte Arztkittel aus dem Baltimore Washington Medical Center der Universität von Maryland. In Suape, dem Hafen von Recife, wurden in der vergangenen Woche zwei Container mit 46 to solcher Abfälle entdeckt. Am 22.10. sollen dort weitere 14 Container eintreffen, wahrscheinlich ebenfalls mit solchen verunreinigten Wäschestücken gefüllt, die als "Gewebe mit Defekten" deklariert wurden. Und was für Defekte! Die Pest soll die Verantwortlichen holen! Und tut es wahrscheinlich auch. Nur sind meist nicht die Verantwortlichen betroffen, sondern die unschuldigen Käufer der aus diesem Material gefertigten "Waren".