31 Oktober 2011

Dilmas (Grusel-) Kabinett


Hier können Sie sich über die Minister der brasilianischen Regierung informieren, der link führt zur interaktiven Version des Gruppenfotos mit Dame(n). 

Cairam ou pediram demissão = Stürzten oder traten zurück
Também foram ministros no governo Lula = Waren auch in der Regierung Lula Minister

Ob die Tatsache, dass dieses Foto am Reformationstag veröffentlicht wurde, etwas zu bedeuten hat?

Brasiliens BIP größer als das Großbritanniens?

Wenn diese Prognose der Economist Intelligence Unit stimmt, wäre Brasilien die sechstgrößte Wirtschaftsmacht weltweit. Studien des Internationalen Währungsfonds und des Business Monitor International unterstützen diese These, schon 2011 soll es soweit sein, das BIP Brasiliens soll 2,44 Billionen US$ erreichen, Grossbritanniens BIP soll bei 2,41 liegen. Zur Erinnerung, 2010 hatte Brasilien bereits Italien überholt. Allerdings wird auch vorhergesagt, dass Indien schon 2013 den sechsten Platz einnehmen wird, Brasilien aber 2014, durch die Fußballweltmeisterschaft angetrieben, Frankreich überholen werde und dann wieder eine Position vorrücken wird. 2020 sollte Brasilien dann auch Deutschland überrundet haben und wäre damit, am BIP gemessen, größer als jegliches europäische Land! Damit erklärt sich auch der Ansturm deutscher Wirtschaftsdelegationen auf Brasilien, praktisch jede Woche empfängt die AHK in São Paulo zusammen mit den anderen AHKs z.B. in Rio oder Porto Alegre deutsche Politiker und Unternehmer, die Brasilien kennenlernen und hier Geschäfte machen möchten. Brasilienveranstaltungen in Deutschland sind ebenfalls gut besucht; kürzlich wirkte ich bei einer der IHK Bielefeld mit, die von fast 200 Interessenten besucht wurde. Vom 14. - 18.11. bin ich übrigens wieder in der IHK Essen, um kostenlos Brasilieninteressierte zu beraten, ab dem 21.11. mache ich dies dann in Süddeutschland. Die Termine in Essen koordiniert wie immer Tobias Slomke von der IHK, in Süddeutschland macht dies mein Partner Harald Sterzinger.

30 Oktober 2011

Trunkenheit am Steuer

ist leider noch viel zu häufig in Brasilien, obwohl es seit langem dafür Regeln und Gesetze gibt. Bis zu 0,13 Promille Alkohol im Blut sind erlaubt, also ein Glas Wein oder ein "Bierchen" sind in Ordnung. 0,14 bis 0,33 Promille haben eine Geldstrafe von 957 R$ zur Folge und bis zu einem Jahr Führerscheinentzug. Darüber hinaus wird es richtig teuer, denn ab 0,34 Promille wird der Fahrer als Krimineller behandelt und angeklagt. Per Oktober wurden in der Stadt São Paulo 170.000 Alkoholkontrollen durchgeführt und mehr als 3.000 betrunkene Fahrer festgenommen. Trotzdem sind wir noch weit vom Idealzustand entfernt. In São Paulo (Stadt) wurden 2008 noch 1.436 Menschen von betrunkenen Fahrern getötet, 2009 waren es 1.382 und 2009 immer noch 1.357. Die Stadt Rio hat mit besseren Zahlen aufzuwarten, 2008 waren es 234 Opfer, die Trunkenheit am Steuer zurückzuführen waren, 2009 starben aus diesem Grund 227 Menschen und letztes Jahr 199. Selbst wenn man berücksichtigt, dass in Rio nur 2 Mio. Autos zugelassen sind gegenüber 6,5 Mio. in São Paulo, haben wir in der grössten Stadt Südamerikas noch viel zu tun. Und Gesetze allein helfen nicht, Verkehrserziehung und drakonische Strafen, die nicht nur angedroht werden, sind ein wichtiges Komplement, so wie permanente Kontrollen auch direkt an den Stellen, wo die Alkoholseeligen nach dem Verlassen einer Bar oder einer Diskothek normalerweise in ihr Auto steigen. Obwohl übrigens in São Paulo viele Bars gerne ein Taxi rufen - aber die Uneinsichtigen meinen, dass sie dies nicht bräuchten. Hoffentlich ändert sich dies bald. Und diese Hoffnung besteht, denn früher gab es auch keine Sicherheitsgurte und keine Babysitze in unseren Autos, heute ist dieses lebensrettende Zubehör nicht mehr wegzudenken und wird auch benutzt.

27 Oktober 2011

Pressestimmen über Brasilien

Peugeot Citroën erhöht Investitionen in Brasilien

BrasilNews - ‎vor 10 Stunden‎
Der französische Automobilhersteller PSA Peugeot Citroën teilte gestern (26.10.) mit, dass im Zeitraum 2012 bis 2015 in Brasilien jährlich eine Summe von 575 Millionen Reais (ca. 234 Millionen Euro) investiert werden sollen. 


Conceptum Sport Logistics offizieller Logistikpartner für Handball-WM Frauen ...

news aktuell (Pressemitteilung) - ‎vor 8 Stunden‎
Frankfurt/Rio de Janeiro (ots) - Es sind keine 40 Tage mehr, bis in Brasilien die Handball-Weltmeisterschaft der Damen beginnt. In diesem Jahr greift der brasilianische Handballverband als Ausrichter erstmals auf die spezialisierten Dienstleistungen ...

Brasilien will in europäische Firmen investieren

BrasilNews - ‎vor 9 Stunden‎
Der brasilianische Minister für Wissenschaft, Technik und Innovation, Aloizio Mercadante, teilte gestern (26.10.) mit, dass die Regierung Brasiliens brasilianischen Firmen finanzielle Unterstützung anbieten werde, um staatliche, zu privatisierende ...

Brasilien: Bessere Medikamentenversorgung für alle

Womblog (Blog) - ‎vor 5 Stunden‎
Von Fabiola Ortiz- Rio de Janeiro | IPS | Brasilien strebt den Ausbau seiner Pharmaproduktion an. So will das größte südamerikanische Land künftig mehr eigene Arzneimittel herstellen und zum größten Lieferanten von Medikamenten gegen die 

Brasilien will keine Euro-Anleihen kaufen

euronews - ‎26.10.2011‎
Die Bemühungen der Eurozone, aussereuropäische Investoren für den Euro-Rettungsfonds zu gewinnen, haben einen Dämpfer erhalten. Der brasilianische Finanzminister Guido Mantega wies die Idee zurück, sein Land könnte verstärkt europäische Anleihen kaufen 

Europaministerin Müller will ab Donnerstag vor Ort mögliche Kooperationsfelder ...

Kanal8 - ‎26.10.2011‎
Stationen der Reise sind unter anderem Sao Paulo und Rio de Janeiro. Bayern ist mit dem Bundesstaat Sao Paulo in einem internationalen Netzwerk von Partnerregionen verbunden, das 2002 gegründet wurde. Zu ihm gehören noch das kanadische Québec,

Vale kann Erwartungen nicht erfüllen

shareribs.com - ‎vor 7 Stunden‎
(shareribs.com) Sao Paulo 27.10.11 - Der brasilianische Minenriese Vale SA hat im dritten Quartal nicht die Erwartungen des Marktes erfüllen können. Die starke Abwertung des Real hat bei dem größten Eisenerzproduzenten der Welt zu einem Währungsverlust 

Braut-Parade in Brasilien: Im Hochzeitskleid durch São Paulo

RP ONLINE - ‎25.10.2011‎
São Paulo (RPO). Für die meisten Frauen ist es der schönste Tag im Leben. Für viele soll er einmalig bleiben. Nicht aber für einige hochzeitswütige Damen in Brasilien. Sie haben kurzerhand eine Braut-Parade organisiert. Mit Kutschfahrt, Brautstrauß und ...

Neuer Flughafen für São Paulo

aeroTELEGRAPH - ‎vor 11 Stunden‎
Gemäß einer Studie der Regierung des Bundesstaates São Pauloempfängt die Region im Jahr 2014 - wenn die Fußballweltmeisterschaft in Brasilien stattfindet - deutlich über 60 Millionen Flugpassagiere. Das ist weitaus mehr, als die drei Flughäfen der

Brasilien in den ECOSOC der UN gewählt

BrasilNews - ‎vor 11 Stunden‎
Am vergangenen Montag wurde Brasilien für eine Amtszeit von drei Jahren in den Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (Economic and Social Council, kurz: ECOSOC) gewählt. Brasilienerhielt 186 von 191 mögliche Stimmen und übertraf damit das ...

VW will offenbar neues Werk in Brasilienbauen

AFP - ‎vor 21 Stunden‎
Rio de Janeiro — Volkswagen will einem Pressebericht zufolge zwei Milliarden Dollar (1,43 Milliarden Euro) in den Bau einer neuen Fabrik bei Recife im NordostenBrasiliens investieren. Wie die Wirtschaftszeitung "Valor" berichtete, verhandelt VW mit ...

Peugeot Citroen investieren weiter in Brasilien

MOTOR-TRAFFIC.de - ‎vor 2 Stunden‎
PSA Peugeot Citroen 2011-10-27 Mit einem Investitionsvolumen von jährlich 240 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren wollen Peugeot und Citroen (PSA) in Brasilien die dortige Produktionskapazität verdoppeln. Als Erfolg dieser Investitionen sollen

Volkswagen plant Bau eines neues Werks in Brasilien - Presse

Märkische Allgemeine - ‎vor 12 Stunden‎
SAO PAULO (Dow Jones)--Volkswagen will offenbar ein neues Werk in Brasilien errichten. Wie die Zeitung "Valor Economico" (Mittwochausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, will VW für 2 Mrd USD eine neues Produktionsstätte mit einer

Elektroindustrie von Schuldenkrise unberührt

AW-Portal - ‎26.10.2011‎
Die Ausfuhren in die BRIC-Staaten boomen. Im August konnte die Elektrobranche Produkte und Systeme im Wert von 12,2 Mrd. Euro exportieren und somit im Vorjahresvergleich die Ausfuhren um viereinhalb Prozent steigern, teilte der ZVEI-Chefvolkswirt Dr. ...

Euro-Schuldenkrise: Brasilien pfeift auf Bonds aus Europa

Financial Times Deutschland - ‎26.10.2011‎
Mantega hatte selbst vor wenigen Wochen vorgeschlagen, die Bric-Länder - Brasilien, Russland, Indien und China - könnten mit ihren Reserven via IWF Europa aus dem Schlamassel helfen. Einem Euro-Zonen-Vertreter zufolge hat der IWF bereits angedeutet,
Quelle: Google-News

24 Oktober 2011

Der Traum aller brasilianischer Steuerzahler

video

Diesen Film erhielt ich von meinem Freund Dietmar Rother. Er - der Film - erinnert sehr an "Stargate" und die Wahrscheinlichkeit, dass dieser brasilianische Traum Wirklichkeit wird, ist kleiner als die Möglichkeit, ein Sternentor zu benutzen. 

23 Oktober 2011

Hotels sind Mangelware

Das merkte ich kürzlich in Rio, wo man in den Hotels an der Copacabana absurde Werte zahlen muss, die 400 € pro Tag übersteigen, aber auch in São Paulo, wo ich einen Geschäftsfreund, der morgen früh ankommt, nur mit Mühe einen Platz in einem IBIS-Hotel für die erste Nacht verschaffen konnte. Die nächsten Nächte sind noch nicht gesichert, alle Hotels sind ausgebucht.
Deshalb weichen viele Unterkunftsuchende notgedrungen auf Guarulhos und das ABC-Gebiet aus. Aber selbst dort ist es schwierig, während der Woche liegt hier die mittlere Hotelauslastung schon bei 90 % und in Guarulhos bei unglaublichen 99 %.
Der Übernachtungspreis richtet sich - natürlich - nach Angebot und Nachfrage. Aber nicht nur hier, wenn ich in der IHK Essen Brasilieninteressierte berate, kostet mich das auch zwischen 100 und 200 € die Nacht, je nach dem, ob gerade eine Messe für Vollbelegung sorgt oder Sauregurkenzeit ist. Der mittlere Übernachtungspreis in São Paulo lag im Juni 2011 bei 246 R$, das sind ziemlich genau 100 €, was früher für ein 4Sterne-Hotel ausreichte, manchmal sogar für eines mit 5 Sternen. Letztes Jahr war es noch 20 % billiger, in ein Hotel zu ziehen. São Paulo hat 410 Hotels mit 42.000 Zimmern. Das reicht vorne und hinten nicht, besuchen doch 2.700.000 Reisende São Paulo im Jahr. Kein Wunder, alleine von heute bis Ende Oktober finden in der Stadt 55 Veranstaltungen statt, von Engineeringseminaren bis hin zu Fonoaudiologiekongressen.
In Rio sind die Hotels noch teurer, hier beträgt der mittlere Zimmerpreis 328 R$. Aber man guckt auch auf das Meer - siehe meinen post vom 23.9.2011.

Die rote Gefahr?

Der vermutete Skandal um den Sportminister richtete die Aufmerksamkeit auf die kommunistische Partei Brasiliens, die zur Zeit unter ihrem Markenzeichen PCdoB mit Hammer und Sichel täglich im Fernsehen auftritt und sich als Saubermann betätigt - ähnlich wie Waschmittelwerbung, weißer geht's nicht oder von mir aus auch röter. Aber der Persilschein des Sportministers und auch der seines Vorgängers ist noch in weiter Ferne, wenn er denn überhaupt jemals ausgestellt wird. Dass sein Vorgänger der PT angehört und dass die PCdoB für die Bundesregierung extrem wichtig ist, macht es der Präsidentin nicht einfacher, den Sportminister in die Wüste zu schicken, zu dem ihr Vorgänger Lula diesen bestärkt, den Sturm auszusitzen.

Die PCdoB wächst entgegen dem Zeitgeist, 2001 hatte sie nur 33.948 Mitglieder, 2005 waren es schon 69.638 und 2009 sogar 102.330. Neuere Zahlen sind laut Partei nicht verfügbar, angeblich muss man zählen, um die Anzahl der Mitarbeiter zu wissen.

Die Partei verfügt heute über 608 Stadtverordnete, 66 Vizebürgermeister, 42 Bürgermeister, 18 Landtagsabgeordnete, 14 Bundestagsabgeordnete, 2 Senatoren und 1 Bundesminister. 2010 erhielt sie aus dem Parteienfond 4,4 Mio. R$, in diesem Jahr bis September 6,6 Mio. R$. Das ist ihr offensichtlich nicht genug, wie die Anschuldigungen gegen den Sportminister zeigen.

22 Oktober 2011

Nach Post und Banken

sind jetzt die Flughaefen an der Reihe. Allerdings hat das Personal in Brasília und Guarulhos den am Donnerstag begonnenen Streik schon wieder beendet, nur der Frachtflughafen Viracopos ist noch betroffen. Worum geht es? Nicht um mehr Geld, sondern um nackte Existenzangst. Denn die drei genannten Flughaefen sollen kuenftig nicht mehr von der staatlich Infraero verwaltet werden, die Bundesregierung will sie privatisieren und Verwaltung und Sicherheit einem Konzessionaer anvertrauen. Was offensichtlich den Angestellten des Oeffentlichen Dienstes den Angstschweiss auf die Stirn treibt, die Unbillen der Freien Wirtschaft drohen!

21 Oktober 2011

Eine weisse Weste

haben unsere Politiker normalerweise nicht, der jüngste Fall einer drohenden Verschmutzung hängt wie das Damoklesschwert über dem kommunistischen Sportminister, dem Präsidentin Dilma schon die Verfügung über Fußballweltmeisterschaft und Olympiade entzogen hat und dem sie jetzt in den nächsten Tagen auch wohl den Teppich unter den Füßen wegziehen wird.

Aber abgesehen von solchen Fällen tut sich was in Sachen Sauberkeit, aber nur in São Paulo, in Brasília besteht noch Handlungsbedarf:

Die Stadtverwaltung von São Paulo beschäftigt nämlich seit den 70er Jahren schon keine Strassenkehrer mehr, sondern hat diese Arbeit an die Privatwirtschaft weitergegeben. Es geht diesmal um einen Dreijahreskontrakt im Wert von 2,1 Mrd. R$, also um 800.000 €/Tag, die uns die Sauberkeit unserer Stadt kosten wird.

Insgesamt müssen täglich 5.200 km Strassen gefegt, 500 Gullys gesäubert und 150.000 Abfallbehälter zunächst angebracht und dann auch immer geleert werden. Diese Aufgabe eines Herkules, vergleichbar mit der Säuberung der Rinderställe des Augias, gibt 12.896 Personen Lohn und Brot.

Bleibt zu hoffen übrig, dass solche verlockenden Summen nicht Anlass zu neuen Korruptionsskandalen werden! Der auslaufende Vertrag belief sich übrigens auf 450 Mio. R$ jährlich, der neue ist also 56 % teurer als der alte. Bemängelt wurde an der bisherigen Verfahrensweise u.a. die fehlende Kontrolle der ausgeführten Arbeit.

Mit Kontrolle haben es die Behörden nie ernst genommen, es sein denn, man kann damit Geld in die leeren Staatskassen bringen. So soll São Paulo 10.000 (!) nicht autorisierte Gasverkaufsstellen haben. In Rio, nach der Explosion eines Restaurants, fangen die Kontrollen jetzt an. Hoffentlich muss in São Paulo kein Unglück passieren, damit man hier auch aufräumt.

Die Zinsen fallen in Brasilien...

...aber wir sind trotzdem noch Weltmeister. Denn die Reduzierung des Leitzinses um 0,5 % - Punkte am 19.10.2011 auf jetzt 11,5 % im Jahr lässt uns die Liste der Realleitzinsen, also Nominalwert minus Inflation, immer noch anführen:

  • 5,5 %/a Brasilien
  • 2,3 %/a Ungarn
  • 1,9 %/a Chile
  • 1,8 %/a Indonesien
  • 1,3 %/a Mexiko
  • 1,1 %/a Australien
  • 1,0 %/a Russland
  • 0,7 %/a Kolumbien
  • 0,5 %/a Taiwan
  • 0,4 %/a China
Mal sehen, wann wir die nominalen 8,5 % wieder erreichen, die wir schon mal als niedrigsten Wert der letzten Jahre hatten. 

17 Oktober 2011

Pressestimmen über Brasilien

Brasilien: Korruptionsvorwürfe gegen Sportminister

BILD - ‎vor 3 Stunden‎
Brasília – In Brasilien muss sich Sportminister Orlando Silva (40) gegen Korruptionsvorwürfe zur Wehr setzen. Der seit 2006 amtierende Politiker wurde von einem Ex-Parteifreund und Polizeibeamten in der Zeitschrift „Veja” beschuldigt. 


Meinung | Südamerika: Brasilien ist die Wirtschaftsmacht der Zukunft

WELT ONLINE - ‎vor 5 Stunden‎
Brasilien kann mehr als Samba, Fußball und schöne Frauen. Mit wahnsinnigen Zahlen in allen Wirtschaftszweigen ist es bald eines der wichtigsten Länder der Welt. Es wurde ein Bestseller – und ein Klassiker der Brasilien-Literatur. 


Steuern und Bürokratie als Hürden für Schweizer Firmen in Brasilien

Basler Zeitung - ‎vor 10 Stunden‎
Die Unternehmen wollen in den aufstrebenden Märkten Brasilienund Chile ihre Chancen nutzen, beklagen sich aber über Bürokratie und hohe Steuern. Die hohen Importsteuern und -zölle von derzeit 46 Prozent in Brasilien

Paulo Ricardo Stark ersetzt gefeuerten Siemens-Chef inBrasilien

latina press - ‎vor 1 Stunde‎
Siemens hat Paulo Ricardo Stark (42) zum neuen CEO in Brasilien ernannt. Von dem bisherigen Landeschef in Brasilien, Adilson Antonio Primo (58) hat sich das Unternehmen mit sofortiger Wirkung getrennt. Eine interne Compliance-Untersuchung hat jetzt 

Brasilianische Präsidentin besucht Angola und Mosambik

BrasilNews - ‎vor 10 Stunden‎
Die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff besucht ab morgen die ehemaligen portugiesischen Kolonien Mosambik und Angola. Zwischen diesen Ländern bestehen enge wirtschaftliche, soziale und Handels-Beziehungen. Experten sehen für Mosambik innerhalb 

Geldersparnisse durch Umstellung auf Sommerzeit inBrasilien

BrasilNews - ‎vor 8 Stunden‎
wurde die Zeit im Süden, Südosten und westlichen Zentrums Brasiliens sowie im Bundesstaat Bahia und im Bundesdistrikt auf die Sommerzeit umgestellt. Diese Regionen stellten die Uhrzeit eine Stunde vor. Die Regierung rechnet mit einer geringeren 

Celesio baut Brasilien-Geschäft weiter aus

Stock World - ‎vor 10 Stunden‎
Celesio baue mit dem 60%igen Kauf am Arzneimittelhändler Oncoprod dasBrasilien-Geschäft weiter aus. Seit 2009 sei das Unternehmen in diesem Land durch den Kauf des Konkurrenten Panpharma groß im Geschäft. Nach Angaben von Celesio-Chef Markus Pinger


Zeitung: BMW will Montagewerk in Sao Paulo bauen

Reuters Deutschland - ‎05.10.2011‎
Frankfurt (Reuters) - BMW will einem Zeitungsbericht zufolge ein neues Montagewerk im brasilianischen Sao Paulo bauen. Die Wahl sei auf die Wirtschaftsmetropole gefallen, da dort bereits alle wichtigen Zulieferer vertreten seien, berichtete das

Schneider-Ammann zu Besuch in der Metropole São Paulo

Tages-Anzeiger Online - ‎14.10.2011‎
Auf seinem Arbeitsbesuch in Brasilien ist Volkswirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann am Freitag in São Paulo eingetroffen, dem wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum Brasiliens. Der Bundesrat trifft dort den Vize-Gouverneur des Bundesstaats,


ThyssenKrupp: Brasilien als langfristiger Motor

4investors - ‎vor 4 Stunden‎
17.10.2011 (www.4investors.de) - Die Analysten des Bankhaus Lampe erneuern die Kaufempfehlung für die Aktien von ThyssenKrupp. Das Kursziel sehen sie bei 31,00 Euro, bisher stand es auf 32,00 Euro. Die Analysten haben das Stahlwerk des Konzerns in

Hilfszahlung über IWF China, Brasilien und Co. wollen Euro-Staaten retten

Spiegel Online - ‎14.10.2011‎
Kann Europa seine Krise allein lösen? Nein, sagen wichtige Schwellenländer wie China und Brasilien. Laut einem Zeitungsbericht drängen sie bei der Euro-Rettung auf eine stärkere Rolle des Internationalen Währungsfonds. Im Gegenzug sind sie bereit,

Brasilien: Parlamentarier unterbreiten Vorschläge für Rio+20
amerika21.de - ‎16.10.2011‎
Brasília. Eine Kommission brasilianischer Abgeordneter hat diese Woche dem Außenminister des Landes, Antônio Patriota, eine Liste mit 20 Vorschlägen überreicht, die der Gastgeber Brasilien auf der UN-Konferenz über Nachhaltige Entwicklung (Rio+20) 
Quelle: Google News

16 Oktober 2011

Von Maßstäben

Sie wissen doch, eine Flasche in der Firma ist absolut gesehen wenig, aber eine im Vorstand ist relativ viel. So ist auch mit dem Wachstum. Es ist eine beliebte Übung Berufener und Unberufener, das BIP-Wachstum für das nächste Jahr vorherzusagen. Dass es dabei immer um den Begriff Wachstum geht, ist wahrscheinlich Politikern zu verdanken, denn diese sprechen ja auch vom Nullwachstum oder von einem negativen Wachstum, um vor dem dummen (?) Wahlvolk einen Rückgang zu verschleiern. Also sollte man eigentlich nicht von Wachstum sprechen, sondern von einer Veränderung zum (meist) Vorjahr. Und wenn diese Änderung einen hohen Wert in Prozent(punkten) ausweist, wird in Jubel ausgebrochen. Nun denn, das höchste Wachstum wird 2011 mit 18,7 % in Qatar erwartet, gefolgt von Ghana mit 13,5 % und der Mongolei mit 11,5 %. Sehr schön, relativ gesehen, aber unbedeutend, wenn man die Werte absolut betrachtet. Das Welt-BIP wuchs übrigens 2010 um 5,1 %; 2009 war es noch um 0,7 % geschrumpft.

Und wie steht es um Brasiliens BIP? Zunächst wurden 5,5 % für 2011 vorhergesagt, jetzt sind es nur noch 3,5 bis 3,8  %. Aber Argentiniens BIP soll um 8 % wachsen und das Chiles um 6,5 %, also erheblich mehr als Brasiliens BIP. Dazu muss man aber wissen, dass das BIP des Bundesstaates São Paulo ungefähr dem von Argentinien entspricht und das der Stadt São Paulo dem von Chile. Das in die richtige Relation gerückt, erlaubt einen Blick auf die voraussichtliche BIP-Änderung der G-20 - Staaten (Im "Estado de São Paulo" vom 16.10.2011 habe ich nur diese 19 gefunden):
  • 9,5 % China
  • 8,0 % Argentinien
  • 7,8 % Indien
  • 6,6 % Türkei
  • 6,5 % Saudiarabien
  • 6,4 % Indonesien
  • 4,3 % Russland
  • 3,9 % Südkorea
  • 3,8 % Brasilien 
  • 3,8 % Mexiko
  • 3,4 % Südafrika
  • 2,7 % Deutschland
  • 2,1 % Kanada
  • 1,8 % Australien
  • 1,7 % Frankreich
  • 1,5 % USA
  • 1,1 % Vereinigtes Königreich
  • 0,6 % Italien
  • - 0,5 % Japan
Wie man sieht, wächst in Japan das BIP nicht, sondern geht 2011 zurück; kein Wunder nach den Katastrophen, die das Land dieses Jahr heimsuchten. Im Vergleich von 193 Ländern lag Brasilien mit 7,5 % letztes Jahr auf dem 31. Platz, 2011 reicht es wahrscheinlich nur zum 97. Platz. Interessant fand ich die Begründung von Professor Grisi der FIA für das schlechte Abschneiden Brasiliens im Vergleich zu anderen südamerikanischen Ländern; der sagte nämlich, dass Chile ein Land mit einer profunden Ausbildung sei und seine Wirtschaft weit geöffnet habe, Peru habe wichtige Reformen durchgeführt - im Gegensatz zu Brasilien, füge ich hinzu. Alexandre Chaia, Professor  des INSPER, führte beim Vergleich der BRIC-Staaten aus, dass Brasiliens schlechtes Abschneiden gegenüber China und Russland damit zu begründen sei, dass Brasilien demokratischer sei. 

Die Entwicklung der Automobilindustrie in Brasilien

Als ich 1978 nach Brasilien kam, träumte man hier davon, eine Million Autos im Jahr zu bauen. Dieser Traum ist schon längst Wahrheit geworden, was sich an den täglichen Staus bemerkbar macht. Die jetzige Kapazität beträgt bereits 4,3 Millionen Fahrzeuge und soll ab 2015 auf 6,3 Millionen Einheiten aufgestockt werrden. Diese Erweiterung entspricht der Produktionskapazität Kanadas! Die Produktionskapazität Brasilien betrug übrigens 2006 nur 3,5 Mio. Fahrzeuge.
Heute ist Brasilien bereits, an den Verkaufszahlen gemessen, die viertgrößte Autonation der Welt. Das sind die Absatzzahlen per August 2011:
  • CHINA: 11.984.000 Autos
  • USA: 8.436.000 Autos
  • JAPAN: 2.622.000 Autos
  • BRASILIEN: 2.372.000 Autos
  • DEUTSCHLAND: 2.335.000 Autos
  • INDIEN: 2.149.000 Autos
Die bereits in Brasilien vorhandenen Kfz-Hersteller haben von 2004 bis 2006 ca. 3,6 Mrd. US$ investiert, 2007 bis 2010 waren es schon 11,8 Mrd. US$ und von 2011 bis 2015 sollen es 21,0 Mrd. US$ werden! Das sind die Werte, auch für die Hersteller, die neu nach Brasilien kommen:
  • GM: 3 Mrd. US$ von 2008 bis 2012 in São Caetano do Sul, São José dos Campos, Mogi das Cruzes, Gravataí und Joinville
  • VW: 5 Mrd. US$ von 2010 bis 2016 in São Bernado do Campo, Taubaté, São Carlos, São José dos Pinhais un einem noch nicht definierten Ort
  • FORD: 2,3 Mrd. US$ von 2011 bis 2015 in São Bernado do Campo, Taubaté und Camaçarí
  • RENAULT: 0,9 Mrd. US$ von 2010 bis 2015 in São José dos Pinhais
  • FIAT: 6,5 Mrd. US$ von 2011 bis 2014 in Betim und Goiana
  • TOYOTA: 0,6 Mrd. US$ von 2010 bis 2012 in Sorocaba
  • HYUNDAI: 0,6 Mrd. US$ von 2010 bis 2012 in Piracicaba
  • SUZUKI: 0,06 Mrd. US$ 2012 in Itumbiara
  • CHERY: 0,4 Mrd. US$ von 2010 bis 2013 in Jacareí
  • JAC: 0,6 Mrd. US$ bis 2014 in Camaçari
  • NISSAN: 1,5 Mrd. US$ bis 2014 in Resende
  • LIFAN/EFFA: 0,2 Mrd. US$ bis 2014 in einem noch nicht definierten Ort
  • MITSUBISHI: 0,88 Mrd. US$ von 2010 bis 2015 in Catalão
  • MERCEDES BENZ: 0,88 Mrd. US$ von 2010 bis 2013 in São Bernado do Campo und Juiz de Fora
Dazu kommt noch BMW, denn auch diese Firma hat sich entschieden, Autos in Brasilien zu montieren, siehe auch BMW will Montagewerk in Sao Paulo bauen.

Digitale Karte der Unterwelt von São Paulo fertig

Seit 2009 bemüht sich die Stadtverwaltung von São Paulo, eine digitale Karte der Unterwelt zu schaffen, einer Unterwelt, die nicht mit Drogenhändlern und anderem - in Brasilien durchaus nicht lichtscheuen - Gesindel - gefüllt ist, sondern mit Wasser- und Abwasserleitungen, Gasrohren und Kabeln zur Weiterleitung von Elektroenergie und elektrischen und optischen Signalen zur Informationsübertragung für Dienste wie Telefon, Kabelfernsehen und Internet. Diese Karte steht jetzt den zuständigen Mitarbeitern z.B. im Bauamt zur Verfügung und zeigt den genauen Verlauf von 115.000 km langen unterirdischen Leitungen aller Art an. Der Wasserversorger SABESP hat das größte Einzelnetz mit 34.000 km für Wasser und Abwasser, dann kommen 4.700 km Gasleitungen für 800.000 Haushalte, 6.500 km Telefonleitungen von insgesamt 38.000 km - die Differenz ist oberirdisch verlegt, 2.700 km elektrische Leitungen von insgesamt 36.000 km - auch hier finden wir die Differenz über der Erde, und zum Schluss noch 1.500 km Kabelfernseh- und Internettelefonleitungen von insgesamt 3.000 km.
Noch sind diese Daten nicht frei verfügbar, aber die Stadtverwaltung denkt daran, diese im Internet für jeden zugänglich zu machen.
Rio arbeitet an einem ähnlichen Projekt, auch andere Grossstädte Brasiliens, aber São Paulo ist meines Wissens am weitesten fortgeschritten. Vor einigen Jahren sprach ich übrigens mit einer Firma in Deutschland, die sich auf die Erstellung solcher Karten spezialisiert hatte, aber dann doch nicht den Mut fand, nach Brasilien zu gehen. Schade, eine verpasste Gelegenheit; verpasst, weil man nicht investieren wollte. Ähnlich wie eine Firma aus Karlsruhe, die auf Flughafenplanung spezialisiert ist, Kontakte knüpfte, alles zu mühselig fand und sich zurückzog - ironischerweise rechtzeitig vor der Privatisierung der Flughäfen von Guarulhos (São Paulo), Campinas und Brasília, die schon im nächsten Jahr umgebaut bzw. erweitert werden sollen. Näheres unter Brasilien nennt Mindestgebote für Flughafenprivatisierung
Was braucht man in Brasilien für gute Geschäfte? Verbindungen, Geduld und Hartnäckigkeit! Und auch Geld, natürlich, von Nichts kommt nichts!

Brasilien als Müllhalde der "Ersten" Welt?

Das konnte man am 18.8.2010 in der Zeit Online in einem Artikel von Mauricio Lima lesen:

"MÜLLEXPORT
Brasiliens Behörden entdecken illegalen Müll aus Hamburg
Illegaler Abfall ist aus Hamburg nach Brasilien verschifft worden. Die Behörden dort haben eine Frist gesetzt: Der Müll soll binnen weniger Tage zurück nach Deutschland.
Auch aus anderen Ländern kam bereits illegal importierter Hausmüll nach Brasilien. Diese Ladung stammt aus Großbritannien
Gekennzeichnet war die Ladung als zu recycelnder Polyethylen-Kunststoff, tatsächlich aber handelte es um 22 Tonnen Hausabfälle. Angaben des staatlichen Umweltinstitutes Ibama zufolge kam der Müll bereits in der vergangenen Woche mit einem Schiff der chinesischen Hanjin Shipping im Bundesstaat Rio Grande do Sul an. Exporteur ist demnach das Hongkonger Unternehmen Dashan. In den Ladepapieren stehe, dass das Material aus Tschechien stamme und für die brasilianische Firma Recoplast bestimmt sei. Nach dem Recycling sollte der Kunststoff verkauft werden. 
Ibama-Präsident Abelardo Bayma sagte, die Verschiffung des Mülls verstoße gegen die Baseler Konvention von 1989, die Kontrollmechanismen für den Transport gefährlicher Abfälle vorsehe. "Der Verstoß gegen internationale Abkommen ist ein Affront gegen die Unterzeichnerstaaten und in diesem Fall eine Missachtung Brasiliens und der brasilianischen Gesellschaft." Tatsächlich zählt Haushaltsmüll laut der Vereinbarung zur Gruppe von Abfällen, "die besonderer Prüfung bedürfen".
Die brasilianischen Behörden setzten eine Frist von zehn Tagen für den Rücktransport des Abfalls nach Deutschland. Bereits im vergangenen Sommer hatten sie knapp 1500 Tonnen illegal eingeführten Haushaltsmülls aus Großbritannien beschlagnahmt, darunter Spritzen, Kondome und Windeln sowie Batterien, Essensreste und Kleidung. Auch damals war der Müll falsch als Plastik deklariert gewesen, das in dem südamerikanischen Land hätte recycelt werden sollen."
Genützt hat es nichts, denn jetzt wurden in einem Laden in Santa Cruz do Capibaribe, 205 km von Recife, der Hauptstadt Pernambucos, Hospitalabfälle entdeckt, mit denen fröhlich gehandelt wurde. Unter anderem handelte es sich um ungereinigte Krankenhausbettwäsche und befleckte Arztkittel aus dem Baltimore Washington Medical Center der Universität von Maryland. In Suape, dem Hafen von Recife, wurden in der vergangenen Woche zwei Container mit 46 to solcher Abfälle entdeckt. Am 22.10. sollen dort weitere 14 Container eintreffen, wahrscheinlich ebenfalls mit solchen verunreinigten Wäschestücken gefüllt, die als "Gewebe mit Defekten" deklariert wurden. Und was für Defekte! Die Pest soll die Verantwortlichen holen! Und tut es wahrscheinlich auch. Nur sind meist nicht die Verantwortlichen betroffen, sondern die unschuldigen Käufer der aus diesem Material gefertigten "Waren".

Keine Haare auf dem Kopf, aber einen Kamm in der Tasche!

Oder (angeblich) "kein Geld in der Kasse, aber Nachbarstaaten unterstützen", das ist es nämlich, was die brasilianische Bundesregierung über die lateinamerikanische Version der KfW, hier BNDES geheißen, macht. Es sind von 1997 bis Juli 2008 insgesamt 5,3 Mrd. US$, die in Form von Finanzierung ausländischer Bauvorhaben in ganz Lateinamerika abgeflossen sind und damit dem Bundeshaushalt nicht zur Verfügung stehen. Ob wohl deshalb der Ruf (innerhalb der Regierung) wieder laut wird nach einer Spezialsteuer zur Finanzierung des maroden öffentlichen Gesundheitssystems? In den letzten Jahren hat sich diese Grosszügigkeit noch verstärkt, seit 2003 wurde den Nachbarn mit subventionierten Krediten in Höhe von 5,3 Mrd. US$ unter die Arme gegriffen. Wobei das Geld häufig brasilianischen Bauunternehmern zu Aufträgen verhalf und Brasilien den Ruf eines Imperialisten eintrug - manchmal wird die Hand, die Hilfe reicht, auch gebissen. Wer hat die Kredite erhalten?
  • 2,8 Mrd. US$ Argentinien
  • 92,5 Mio. US$ Uruguay
  • 473,4 Mio. US$ Chile
  • 117,3 Mio. US$ Paraguay
  • 210,4 Mio. US$ Bolivien
  • 371,2 Mio. US$ Peru
  • 693,2 Mio. US$ Ekuador
  •  28,7 Mio. US$ Kolumbien
  • 861,9 Mio. US$ Venezuela
  • 55,0 Mio. US$ Panama
  • 150,4 Mio. US$ El Salvador
  • 959,9 Mio. US$ Dominikanische Republik
  • 267,5 Mio. US$ Kuba
  • 101,9 Mio. US$ Mexiko
Dazu kommen noch kleinere Beträge für Jamaika, Costa Rica, Bahamas und Honduras. Angesichts der Infrastrukturprobleme, die Brasiliens Bevölkerung und seine Wirtschaft über Gebühr plagen, muss man sich wirklich fragen, ob diese Kredite nötig sind, um im Ausland als generöser Krösus dazustehen. Und Einfluss kann man auch ohne das Scheckbuch zu zücken, gewinnen. Abgesehen davon behandeln die so grosszügig bedachten Länder Brasilien nicht immer freundlich. Einige, wie z.B. Bolivien, verstaatlichten Petrobrás - Einrichtungen, andere wie Argentinien unterlaufen gültige Mercosul-Abkommen und errichten Handelsschranken oder verweisen wie Ekuador brasilianische Bauunternehmer des Landes.

Ob das Orakel von Delphi der Regierung bei der Budgetierung der Fussballweltmeisterschaft helfen kann?

Die Antwort gilt auch für die Frage nach dem künftigen Wechselkursverlauf im vorherigen Blogbeitrag, auch Post genannt, und lautet NEIN. Erstens ist die Planungsgenauigkeit nicht ausreichend und zweitens weiß niemand, wie viel von der immensen Summe, die die Weltmeisterschaft verschlingen wird, zweckgerecht verwendet werden wird. Die Planung eines solchen Grossveranstaltung, ich verwende absichtlich nicht das Unwort Event, kann auch nicht genau sein, dazu gibt es zuviele Einflussgrössen und Details. Hier kann man nur von einer Schätzung ausgehen und eine Obergrenze festlegen - was man nicht hat, kann man auch nicht ausgeben. Das gilt allerdings nur, wenn diese Binsenwahrheit zum Grundsatz erhoben wird und nicht durch grosszügige Kreditaufnahme ausgehebelt wird nach der Maxime "nach uns die Sündflut"!

Vor vier Jahren, als Brasilien als Austragungsland der nächsten Fussballweltmeisterschaft feststand, sprach die Regierung von folgenden Werten (in Klammern die Werte von Januar 2011):
  • Stadien 3,7 Mrd. R$ (6,6 Mrd. R$)
  • Urbane Mobilität 11,5 Mrd. R$ (12,1 Mrd. R$)
  • Flughäfen 5,6 Mrd. R$ (6,5 Mrd. R$)
  • Häfen 677 Mio. R$ (900 Mrd. R$)
Die Umbaukosten für das einst grösste Fussballstadium der Welt, Maracanã, schwankten zwischen 705 Mio. R$ und 1,1 Mrd. R$. heute liegen sie voraussichtlich bei 859,9 Mio. R$.

Die zweckgerechte Verwendung der Mittel ist tatsächlich nicht naturgegeben, wird doch gerade der Sportminister Orlando Silva der Korruption bezichtigt. In der neuesten "VEJA" kann man mehr darüber lesen. In den letzten 8 Jahren sollen über 40 Mio. R$ zweckentfremdet verwendet worden sein - für brasilianische Verhältnisse und in Anbetracht der oben genannten Summe wahrhaftig Kleingeld.

Selbst das Orakel von Delphi könnte wahrscheinlich den R$-€-Kurs nicht vorhersehen


14. Oktober 2011, Neue Zürcher Zeitung

Brasiliens Sorgen mit dem Real

Brasilianische Wirtschaft leidet unter der starken Währung – die Bevölkerung unter Inflation


Kursverlauf der letzten drei Monate

12 Oktober 2011

Kündigungsfrist in Brasilien verlängert

Bisher konnte jeder Arbeitgeber einem Arbeitnehmer mit 30 Tagen kündigen, Arbeitnehmer idem. Das ändert sich ab morgen. Der Arbeitnehmer kann immer noch mit dieser Frist kündigen, aber der Arbeitgeber muss die 30 Tagesfrist für jedes Beschäftigungsjahr um 3 Tage verlängern bis maximal 90 Tage. Nicht geändert hat sich für den Arbeitgeber die Pflicht, auf den angesammelten Garantiefond (FGTS - fundo de garantia do tempo de serviço), der monatlich 8 % vom Bruttolohn beträgt, 50 % Strafe zu zahlen, wenn eine Entlassung ausgesprochen wird. Davon ist der Arbeitgeber nur befreit, wenn die Kündigung fristlos ist, weil der Arbeitnehmer sich etwas zuschulden kommen ließ, was eine solche fristlose Kündigung rechtfertigt.

Mit der neuen Regelung sind wir wieder mal einen Schritt auf dem Weg zu einer flexiblen Arbeitsgesetzgebung weitergekommen. Wie sagt der Chef? Gestern standen wir noch vor einem Abgrund, heute sind wir schon einen Schritt weiter.

Ich will nicht unsozial sein, aber bis zu 100 % Lohnnebenkosten reichen eigentlich, oder?

Übrigens ist die Praxis, dass ein Arbeitnehmer morgens beim Chef erscheint und diesem mitteilt, dass er ab heute nicht mehr in der Firma arbeiten wird - von einer Einhaltung der 30 Tage kann also im "Normalfall" keine Rede sein. Wehe, wenn der Arbeitgeber dies zum Anlass nehmen würde, die 30 nicht gearbeiteten Tage auch unbezahlt zu lassen!

11 Oktober 2011

Streiks lähmen Brasilien

Die Postmitarbeiter streiken seit 27 Tagen, dadurch sind bereits 173.000.000 Briefe und Päckchen verspätet.
Seit 14 Tagen sind auch die Bankmitarbeiter auf die Barrikaden gegangen, heute blieben 9.090 Bankfilialen geschlossen und zahlreiche Verwaltungszentralen öffentlicher und privater Banken. Letzten Freitag waren es "nur" 8.951 Filialen. Dieser Streik ist der grösste der letzten 20 Jahre und wenn es so weiter geht, wahrscheinlich auch der längste. 2004 streikten die Bankmitarbeiter, die eigentlich besser Bankarbeitsverweigerer heissen sollten, 29 Tage. In Brasilien beschäftigen, nein, bezahlen die Banken 484.000 Bankangestellte, 135.000 davon in den Städten São Paulo, Osasco und Umgebung.
Achtung, morgen ist Feiertag in Brasilien, denken Sie also bitte nicht, wenn ich bzw. meine Mitarbeiter keine E-Mails beantworten, dass wir auch streiken!

PS: In den Nachrichten hörte ich eben, dass die Justizbeamten São Paulos auch streiken und dass das oberste Arbeitsgericht den Streik der Postangestellten für beendet erklärte. Wenn der Streik nicht beendet wird, wird eine Strafe von täglich 50.000 R$ fällig. Die Gewerkschaft hat bereits erklärt, dass dem Gerichtsbeschluss Folge zu leisten ist.

Ex-tarifário ist das Zauberwort für billigere Importe

In diesem Jahr wurden vom MDIC (Ministerium für Entwicklung, Industrie und Außenhandel) schon über 2.000 Zollreduzierungen für Investitionsgüter, Telekommunikations- und Informatikprodukte konzediert.  Der damit verbundene Importwert von 4,5 Mrd. US$ übersteigt bereits den des Vorjahres und ist Bestandteil von Investitionsvorhaben in Höhe von 29,76 Mrd. US$. Der verminderte Zollsatz beträgt nur 2 % anstelle von z.B. 14 % und kann nur dann genehmigt werden,  wenn kein gleichwertiges Produkt in Brasilien hergestellt wird und das beantragende Unternehmen seine Investitionsvorhaben offenlegt. 2010 wurden 1.896 Zollreduzierungen genehmigt für ein Importvolumen von 4,1 Mrd. US$ bzw. ein Investitionsvolumen von 27,11 Mrd. US$.

Das HAMBURGER ABENDBLATT schiesst den Vogel ab

"... In den vergangenen Tagen hatte der Tod des Apple-Gründers Steve Jobs die Schlagzeilen beherrscht. Er war vergangene Woche mit 56 Jahren an den Folgen eines Krebsleidens gestorben.
Die Nachricht erfreute auch die Anleger. Die Apple-Aktie liegt mit 5,1 Prozent im Plus."

Das konnte man unter der Überschrift Der Apple-Rekord: iPhone-4S brilliert im Vorverkauf lesen. Nicht so gemeint und trotzdem voll daneben gegangen! Hat zwar mit Brasilien nichts zu tun, aber als Appleanhänger musste ich mir dies von der Seele schreiben!
Bildquelle: Bravo

Alles eine Frage der Perspektive

 bzw. des Abstandes. So hat sich der € zum R$ entwickelt:
3 Monate


1 Jahr
3 Jahre
5 Jahre



Was vor einigen Tagen wie ein gewaltiger Kursgewinn aussah, entpuppt sich als nicht beständig - der Kurs liegt aktuell bei 2,40 R$ für den € - und über einen Fünfjahreszeitraum betrachtet als Ausrutscher, der schon fast wieder Geschichte ist.

08 Oktober 2011

Nachrichten aus und über Brasilien

Baumaschinen: Wachstumschancen inBRIC

Markt und Mittelstand - ‎Vor 21 Stunden‎
(stg) Die attraktivsten Märkte für die Baumaschinenindustrie sind die BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China. Auf den Plätzen fünf und sechs folgen Afrika und Nahost, denn dort wird auch zukünftig stark in die Infrastruktur investiert. ...

Türkei Brasilien planen wirtschaftliche Allianz

Deutsch Türkische Nachrichten - ‎Vor 5 Stunden‎
Brasilien und die Türkei wollen ihre wirtschaftlichen Beziehungen ausbauen. Dilma Rousseff, BrasiliensPräsidentin, engagierte sich auf einem Wirtschaftsforum in der Türkei am Freitag für Investitionen in ihrem Land. Diebrasilianische Präsidentin ...

Die Prozessautomatisierung wächst vor allem in den BRIC-Ländern

PROCESS - ‎05.10.2011‎
Das Wachstum sei weltweit breit verteilt mit Spitzen in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China). Dabei lege vor allem das Russland- und das Indien-Geschäft sehr stark zu. Deutschland, Europa und die USA bildeten zwar nicht die ...

Spezialchemie-Konzern Lanxess verstärkt Engagement in Brasilien

latina press - ‎Vor 19 Stunden‎
Der Spezialchemie-Konzern LANXESS verstärkt mit drei Investitionen von insgesamt rund 30 Millionen Euro sein Engagement in Brasilien. Dabei werden mehr als 100 neue Arbeitsplätze geschaffen. LANXESS setzt damit auf den zunehmenden Trend zur ...

Brasilien erteilt Europa Ratschläge

WELT ONLINE - ‎04.10.2011‎
Die Falten weggespritzt und ein selbstsicheres Lächeln: Dilma Vana Rousseff, seit Anfang dieses Jahres erste Staatspräsidentin Brasiliens, kommt nicht als Bittstellerin nach Brüssel. Die Herrscherin über das fünftgrößte Land der Erde, ...

Zeitung: BMW will Montagewerk in Sao Paulo bauen

Reuters Deutschland - ‎05.10.2011‎
Frankfurt (Reuters) - BMW will einem Zeitungsbericht zufolge ein neues Montagewerk im brasilianischen Sao Paulo bauen. Die Wahl sei auf die Wirtschaftsmetropole gefallen, da dort bereits alle wichtigen Zulieferer vertreten seien, berichtete das ...

VW baut Werke in Brasilien aus

Hamburger Abendblatt - ‎04.10.2011‎
São Paulo/Wolfsburg. Europas größter Autobauer Volkswagen drückt auch auf dem Wachstumsmarkt Südamerika aufs Tempo. 3,4 Milliarden Euro will der Konzern in den kommenden fünf Jahren in seine brasilianischen Standorte stecken. Mehr als jeder achtzehnte ...

McAllister trifft Politiknachwuchs in Brasilien

Hamburger Abendblatt - ‎04.10.2011‎
Sao Paulo. Eigentlich waren die hochrangigen politischen Gespräche erst in den nächsten Tagen geplant. Vollkommen unerwartet wird Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) jedoch schon am zweiten Tag seiner Reise nach Brasilien und ...

Hightech-Branche startet Partnerschaft mit Brasilien

Tech-Review.de - ‎07.10.2011‎
Am Montag wurden in São Paulo die Verträge für eine enge Partnerschaft unterschrieben. Die Deutsche Messe und der brasilianische Verband Softex unterzeichneten ein umfangreiches Kooperationsabkommen zur CeBIT 2012. Parallel dazu besiegelten BITKOM ...

Serie Versorgungslücke: Mit den Märkten von morgen zur sicheren Rente?

Handelsblatt - ‎Vor 2 Stunden‎
Sie gelten als Wachstumslokomotiven der Zukunft: Schwellenländer wie Brasilien und Russland locken viele Investoren. Besonders bei langfristigen Anlagen sollten sie die Hoffnungsträger berücksichtigen. von Ozan Demircan Brikett-Fabrik in China: Die ...

Hüfners Wochenkommentar: Die Eurokrise wird global

wallstreet-online - ‎Vor 6 Stunden‎
7.Oktober. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Von Brüssel nach Rio de Janeiro sind es fast 10.000 km. Lange haben wir gedacht, dass sei weit genug, um Schwellenländer wie Brasilien von der Eurokrise abzukoppeln. Die BRIC's und andere aufstrebende Staaten 

Umsiedlungen vor WM-2014 sorgen für Unmut in Rio

sueddeutsche.de - ‎06.10.2011‎
Rio de Janeiro (dpa) - In der Stadt am Zuckerhut tickt die Uhr. Weniger als 1000 Tage sind es noch bis zur Fußball-WM 2014 und in Rio de Janeiro soll das Finale ausgetragen werden. 2013 schon steht der Confederations-Cup in Brasilien an, im selben Jahr 

Rio de Janeiro: Christus-Statue wird 80 Jahre alt

FOCUS Online - ‎Vor 22 Stunden‎
Die Christus-Statue ist für Brasilien das, was Lady Liberty für Amerika ist: ein weltberühmtes Wahrzeichen mit bis zu 4000 Besuchern pro Tag. Für viele Gläubige ist der Ort aber auch ein Wallfahrtsziel. Millionen Menschen haben den „Cristo Redentor“ ...

Quelle: Google News