23 November 2011

1 € über 2,50 R$ wert!




Aber in Europa will den € (fast) keiner haben. Seien wir froh, dass es ihn gibt und hoffen wir, dass die jetzigen Schwierigkeiten mittelfristig wenigstens zu einer europäischen Wirtschaftsregierung führen.

08 November 2011

Privatuniversitäten bringen Brasilien voran!

2001 waren in Brasilien 3.036.113 Studenten matrikuliert, 944.584 davon an öffentlichen Universitäten / Hochschulen. 2010 schnellte die Zahl der Studenten auf insgesamt 6.379.299 hoch, 1.643.298 davon waren an öffentlichen Bindungseinrichtungen eingeschrieben.
2001 mussten alle Studenten noch physisch anwesend sein, um am Unterricht teilzunehmen. 2010 waren 14,6 % der Studenten an Fernuniversitäten eingeschrieben und es werden immer mehr - das Internet macht's möglich. 34,4 % der Brasilianer aller Altersklassen der Bevölkerung zwischen 18 und 24 Jahren studieren heute. Das ist immer noch weniger als die Werte Chiles oder Argentiniens, aber besser als früher. Wenn man allerdings nur die Studenten zwischen 18 und 24 Jahren in's Verhältnis setzt zur Bevölkerung in diesem Alter, sinkt der Wert auf 17 %.
Studieren heisst nicht, dass das Studium auch erfolgreich abgeschlossen wird. Daran ist nicht zuletzt die Notwendigkeit, zu arbeiten Schuld, die viele Studenten zwingt, nachts bzw. abends zu studieren. 63,5 % aller Studenten tun dies heute.

Es ist nicht alles Gold, was glänzt!

Und wenn der Dalai Lama, Bobo, Elton John und Madonna ein Hotel wie das Grand Hyatt in São Paulo beehren und bis zu 12.000 R$ für eine Übernachtung bezahlen, dann ist das noch lange keine Garantie für frische Lebensmittel. Der Küchenchef des Hotels wurde gestern festgenommen, weil man, einer anonymen Anzeige nachgehend, über 100 kg Lebensmittel fand, deren Haltbarkeitsdatum überschritten war, zum Teil um 3 Jahre! Aber der Hyatt-Chef mag sich trösten, er ist in guter Gesellschaft, denn in Rio fand man unlängst ebenfalls solche Lebensmittel im Othon Palace, Sofitel, JW Marriott und Pestana, alles teure Hotels, deren Küchenchefs nichts umkommen lassen. Aber ein guter Wein muss nicht teuer sein und ein teurer Wein muss nicht gut sein. Das gilt wohl auch für Hotels.

05 November 2011

Die Bibliophilen São Paulos

haben ein schweres Leben, denn angeblich hat Buenos Aires mehr Büchereien als ganz Brasilien. Aber in São Paulo gibt es sehr gute Büchereien, in jedem Einkaufszentrum findet man welche - im Gegensatz zu vielen Städten mit z.B. 50.000 Einwohnern wie Taquaritinga, wo man sogar Mühe hat, eine überregionale Zeitung zu finden.
Aber die Bibliotheken in São Paulo leiden, ihr Bücherbestand geht jährlich um 86.700 Bände zurück. Zwischen 2006 und 2010 verschwanden aus 70 Bibliotheken unserer Stadt 347.000 Bücher! 2006 fand man noch 2,88 Mio. Bücher in diesen Bibliotheken, letztes Jahr waren es trotz einiger Neuzugänge nur noch 2,53 Mio. Es gibt übrigens 107 öffentliche Bibliotheken in São Paulo, 54 davon sind Stadtteilbibliotheken. Die UNESCO empfiehlt 2 Bücher pro Einwohner, die die Bibliotheken bereitstellen sollten, in São Paulo sind es 0,26 - ohne die Bücher zu zählen, die die fleissigen Leser nicht zurückgegeben haben.

Verkehrsunfälle in Brasilien nehmen stark zu

2010 starben über 40.000 Menschen in Brasilien in Folge von Verkehrsunfällen, die oft durch betrunkene Autofahrer verursacht wurden. Die Zahl der Todesopfer ist im Vergleich mit 2002 um 24 % gewachsen, damit nimmt Brasilien den weltweit fünften Platz in dieser traurigen Kategorie ein, nach Indien, China, den USA und Russland. Schuld an der starken Zunahme der tödlichen Unfälle sind die Motorradfahrer - genauer gesagt, die motoboys - in Brasilien, wobei der Süden besonders betroffen ist: 2002 waren es hier 940 Tote, 2010 aber 2.948! Im ersten Halbjahr 2010 wurden 72.400 Verkehrsunfallsopfer in Krankenhäuser eingeliefert, ca. die Hälfte davon war in ein Motorradunfall verwickelt. Die Zahl der Unfälle mit Autos und Fussgängern nahm hingegen ab, um 17,2 bzw. 32,8 %. Die der Motorräder explodierte, die Zunahme betrug im genannten Zeitraum 243,1 %.

02 November 2011

Brasilianisch ist nicht Portugiesisch

Obwohl es viele Leute glauben und mir von einem Portugiesen übersetzte Texte zur Verwendung in Brasilien schicken. Aber sehen Sie selbst:

Brasilianisches Portugiesisch:

Sobre Java para o OS X Lion
Este lançamento instala a versão 1.6.0_26 do Java SE 6. O OS X Lion não fornece uma execução de Java, por padrão. Feche qualquer navegador da web antes da instalação.


Portugiesisches Portugiesisch:

Acerca de Java para o OS X Lion
Esta versão procederá à instalação da versão 1.6.0_26 do Java SE 6. O OS X Lion não disponibiliza um Java runtime por predefinição. Encerre todos os navegadores antes de proceder à instalação.


Also, wenn Sie in Brasilien mit landessprachlichen Texten punkten wollen, lassen sie diese bitte von einem Brasilianer übersetzen! Die Texte habe ich dem Apple-Site entnommen.

PCdoB - Die Partei des Sozialismus

Kommunisten / Sozialisten sind immer gut im Umverteilen gewesen; was dein ist, soll auch mein sein - was mein ist, geht dich gar nichts an! Darüber ist der Sportminister gestolpert, aber weder sein Nachfolger, der auch der PCdoB angehört, noch die Präsidentin fanden ein Wort der Kritik, im Gegenteil. Da fragt man sich, warum er zurückgetreten ist (und nicht etwas entlassen wurde!)? Die Präsidentin sprach von "aussergewöhnlicher Arbeit" (dem kann ich nur zustimmen) und der Nachfolger von Orlando Silva, Aldo Rebelo, sah ihn "mehr als unschuldig, ein Opfer!"

Das Ausmass der Korruption in diesem Selbstbedienungsladen, den das öffentliche Brasilien darstellt, wird ersichtlich durch die reine Aufzählung von Nummern. Seit 2003, noch unter Lula, bekamen die Kommunisten das Sportministerium zugesprochen, was sofort benutzt wurde, um wenigstens 41 Nichtregierungsorganisationen, die der Partei "nahestanden", öffentliche Gelder zukommen zu lassen. Öffentliche Gelder ist dabei ein irreführender Begriff, denn die Öffentlichkeit hat nichts von diesem warmen Regen und in Wahrheit handelt es sich um das Geld der Öffentlichkeit, denn diese ist die Geldquelle.

Die Präsidentin - unter dem Druck der Presse und damit der Öffentlichkeit - handelte, endlich, und liess die Auszahlung weiterer Gelder, deren Grundlage 2.670 (zweitausendsechshundertundsiebzig) Vereinbarungen des Sportministeriums mit gemeinnützigen Institutionen sind, stoppen. In den nächsten 30 Tagen soll jetzt untersucht werden, ob diese das erhaltene Geld - wir sprechen von 2,3 Mrd. R$!!! - auch zweckgerecht verwendet haben.

Unsere gemeinnützigen Institutionen sind in den letzten Jahren ein wichtiger Wirtschaftsfaktor Brasiliens geworden, gibt es doch derer 338.000 (dreihundertachtunddreissigtausend), und diese beschäftigen immerhin 1.700.000 (eine Million und siebenhunderttausend) Personen.  Im Senat gab es übrigens einen Untersuchungsausschuss, der von 2007 bis 2010 an Massnahmen herumdokterte, die den eklatanten Missbrauch von Steuergeldern verringern sollte. Das vorgeschlagene Massnahmenpaket wurde von der Regierung erfolgreich nicht umgesetzt, denn sie übte soviel Druck aus, dass über den Abschlussbericht nie abgestimmt wurde. Es wäre ja auch eine Katastrophe, wenn man die Zustimmung gewisser Koalitionsparteien verlöre, weil diese von den Futtertrögen vertrieben würden und die Auspolsterung der schwarzen Kassen, die natürlich nicht existieren, nicht mehr so einfach möglich wäre. Und damit auch das gute Leben derer, die Zugang zu diesen nicht existierenden schwarzen Kassen besitzen, ein Ende fände. Diese Situation ist auch der einzige Grund der PT-Regierung, gegen die Privatisierung anzugehen - denn diese hat durch die Umwandlung der Staatsfirmen in Privatunternehmen eine weitere Pfründe beseitigt. Was nicht heisst, dass zur Not - wenn nämlich guter Rat und die damit zusammenhängende Investition zu teuer wird - über den Schatten gesprungen wird wie bei der angekündigten Privatisierung der Flughäfen von Guarulhos, Campinas und Brasília oder bei der Konzessionsvergabe des Transrapidverbindung von Campinas mit Rio de Janeiro über Guarulhos / São Paulo.

Brasilien ist ein spannendes Land! Und solche Meldungen "Der frühere Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) will laut "Bild" vor dem Bundesverwaltungsgericht zusätzliche Pensionsansprüche in Höhe von monatlich 6350 Euro durchsetzen." sind undenkbar bei uns, Brasilien behandelt seine Minister besser und diese haben ein solches Zubrot auch nicht nötig. Denn sie können ja immer noch eine Nichtregierungsorganisation gründen und ..., aber das ist jetzt schon (böswillige) Spekulation, deshalb nehme ich den letzten Satz zurück, die Leser möchten ihn bitte bei ihrer Meinungsbildung nicht beachten. Hans Eichel bekommt übrigens zur Zeit 8.200 € als Pension / Rente. Der durchschnittliche Deutsche begnügt sich mit 800 bis 1.200 € im Monat und musste dafür noch kräftig in die Rentenkasse einzahlen. Aber er hat eben den Fehler gemacht, nicht in die Politik zu gehen.